Anschlag auf Vater und Tochter

Fall Skripal: Kreml bestreitet Verbindungen der zwei Verdächtigen zur Regierung

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Polizei benennt die beiden russischen Verdächtigen im Fall Skripal.

Großbritannien ermittelt weiter im Fall Skripal. Der Kreml bestreitet eine Verbindung der zwei Verdächtigen zur russischen Regierung.

Update 17. September: Kreml bestreitet Verbindung der Verdächtigen zur russischen Regierung

Trotz gegenteiliger Hinweise bestreitet der Kreml weiterhin die Verbindung der zwei Verdächtigen im Fall Skripal zur russischen Regierung. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Montag in Moskau, er glaube Präsident Wladimir Putin mehr als „anonymisierten Informationen über irgendwelche Telefonnummern“.

Das investigative Recherche-Netzwerk Bellingcat und das russische Portal The Insider hatten in den vergangenen Tagen neue Erkenntnisse zu den Männern mit den Namen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow veröffentlicht. Britische Behörden halten sie für Agenten des russischen Militärgeheimdienstes. Sie werfen ihnen vor, im März im englischen Salisbury den Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok vergiftet zu haben.

Update 13. September: Interview mit Verdächtigen im Fall Skripal löst Spott aus

Ein Interview mit zwei von London wegen des Giftanschlags auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal gesuchten Männern hat in Großbritannien für Hohn und Spott gesorgt. Allen voran der britische Außenminister Jeremy Hunt: "Das letzte Mal, als das russische Militär behauptete im Urlaub zu sein, marschierte es in die Ukraine ein", schrieb Hunt im Kurzbotschaftendienst Twitter. London vermutet, dass es sich bei den Männern um Geheimagenten handelt.

In dem im russischen Sender RT ausgestrahlten Interview berichteten die Männer, sie seien zufällig kurz vor dem Skripal-Attentat im März als Urlauber nach Großbritannien geflogen, um "die berühmte Kathedrale von Salisbury zu besichtigen". Sie seien die Männer, die auf den von der britischen Polizei veröffentlichten Fahndungsfotos zu sehen seien, sagten die beiden in dem Fernsehinterview. Ihre Namen seien Alexander Petrow und Ruslan Boschirow.

Update 13. September: Von London gesuchte Verdächtigebezeichnen sich als Touristen

Die beiden von Großbritannien wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal gesuchten Russen haben sich in einem Fernsehinterview als unbescholtene Touristen präsentiert. Die Männer traten am Donnerstag im russischen Sender RT auf und berichteten, sie seien zufällig kurz vor dem Skripal-Attentat im März als Urlauber nach Großbritannien geflogen, um "die berühmte Kathedrale von Salisbury zu besichtigen".

Sie seien die Männer, die auf den von der britischen Polizei veröffentlichten Fahndungsfotos zu sehen seien, sagten die beiden in dem Fernsehinterview. Ihre Namen seien Alexander Petrow und Ruslan Boschirow.

Unter diesen Namen waren die beiden Verdächtigen laut der britischen Polizei im März nach Großbritannien eingereist. Die britischen Behörden vermuten, dass es sich um Alias-Namen handelt und die Männer Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes sind.

Update 12. September: Russland will die verdächtigen Russen gefasst haben

Die Regierung in Moskau will die zwei von Großbritannien im Skripal-Fall gesuchten Russen ausfindig gemacht haben. Allerdings wies der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch Beschuldigungen gegen die Verdächtigten zurück.

"Wir wissen, wer diese Leute sind. Wir haben sie gefunden", sagte Putin beim Fernöstlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok. "Ich kann versichern, es gibt nichts außergewöhnliches und kriminelles (an ihnen)", sagte er der Agentur Tass zufolge. Es handle sich um Zivilisten, nicht um Militärangehörige.

Update vom 6. September: „Die Zahl der Widersprüche ist jenseits von Gut und Böse“

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja hat die britischen Erkenntnisse im Skripal-Fall als „wiederholte Lügen“ bezeichnet und den Vorwurf gegen Moskau als Provokation kritisiert. „Ich werde die Liste dieses haltlosen und verlogenen Cocktails an Fakten nicht durchgehen“, sagte Nebensja in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Donnerstag in New York. „Die Zahl der Widersprüche ist jenseits von Gut und Böse.“

Großbritannien habe eine „widerliche, anti-russische Hysterie entfesselt“ und andere Länder mit einbezogen, die Zusammenarbeit mit Russland dabei aber abgelehnt, sagte Nebensja. „Wir haben alle Hoffnung aufgegeben, die Wahrheit über die Schuldigen herauszufinden.“

Westliche Allianz unterstützt Londons Erkenntnisse

Deutschland, Frankreich, Kanada und die USA haben sich hinter die jüngsten Erkenntnisse der britischen Ermittler zum Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal gestellt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung der Staats- und Regierungschefs der vier Staaten sowie Großbritanniens hieß es, sie hätten "volles Vertrauen in die britische Einschätzung", dass die beiden Tatverdächtigen Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes waren und "dass diese Operation mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf hoher Regierungsebene gebilligt wurde". London hatte kurz zuvor Russlands Staatschef Wladimir Putin die Verantwortung für den Anschlag zugewiesen, bei dem Anfang März Sergej Skripal und seine Tochter Julia in Salisbury schwer verletzt wurden und beinahe gestorben wären.

Britische Regierung macht Putin verantwortlich

Die britische Regierung hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich für den Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal verantwortlich gemacht. Die Verantwortung liege "letzten Endes" bei Putin, weil er der Präsident des Landes ist und seine Regierung "den Militärgeheimdienst kontrolliert, finanziert und steuert", sagte der britische Staatssekretär für Sicherheitsfragen, Ben Wallace, am Donnerstag in der BBC.

Der russische Geheimdienst arbeite nicht auf eigene Faust, argumentierte Wallace. Die Verbindungen des Dienstes reichten über das Verteidigungsministerium und den Generalstab "bis in den Kreml und das Büro des Präsidenten".

Update vom 05. September: May verdächtigt russischen Geheimdienst

Die britische Premierministerin Theresa May hat den russischen Militärgeheimdienst für den Nervengiftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter verantwortlich gemacht. Die beiden mit Haftbefehl gesuchten Verdächtigen in dem Fall seien Mitglieder des russischen Militärgeheimdienstes GRU und hätten höchstwahrscheinlich im Auftrag der russischen Regierung gehandelt, sagte May am Mittwoch im britischen Parlament. Skripal und seine Tochter Julia waren im März in der südenglischen Stadt Salisbury durch das Nervengift Nowitschok schwer verletzt worden und knapp dem Tode entronnen.

Update vom 05. September: Britische Polizei sucht per Haftbefehl nach zwei Russen

Die britische Polizei sucht wegen des Giftanschlags auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal per Haftbefehl nach zwei Russen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wird nach den beiden Verdächtigen Alexander Petrow and Ruslan Boschirow gefahndet - die genannten Namen sind den Angaben zufolge aber vermutlich Pseudonyme. Skripal und seine Tochter Julia waren im März in der südenglischen Stadt Salisbury durch den Nervenkampfstoff Nowitschok schwer verletzt worden.

Alexander Petrow (l) und Ruslan Boschirow werden nun gesucht.

Erster Verdacht: Britische Regierung möchte Auslieferung von zwei Russen beantragen

Update vom 6. August, 19.05 Uhr: Die britische Regierung will im Fall Skripal einem Medienbericht zufolge die Auslieferung von zwei Russen in Moskau beantragen. Das berichtete der Guardian am Montag unter Berufung auf Regierungs- und Sicherheitskreise. Die beiden werden demnach verdächtigt, den Anschlag auf den ehemalige russischen Doppelagenten Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) ausgeführt zu haben. Britische Regierungsstellen und die Generalstaatsanwaltschaft in London wollten den Bericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur jedoch zunächst nicht kommentieren.

Sollte der Kreml den Auslieferungsantrag abweisen, was als wahrscheinlich gilt, könnte dem Guardian zufolge eine neue Runde gegenseitiger Ausweisungen von Diplomaten bevorstehen.

„Mehrere Russen“? Ermittler haben angeblich Nowitschok-Täter identifiziert

London - Die britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mutmaßliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März in Salisbury identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

Nowitschok-Fall in Amesbury

„Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben“, zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Großbritannien abgeglichen worden. „Sie (die Ermittler) sind sicher, dass sie (die Verdächtigen) Russen sind“, zitiert PA weiter.

London beschuldigt Moskau schon länger

Zuletzt war es zu einem weiteren Todesfall in Zusammenhang mit der Nowitschok-Attacke in Salisbury gekommen. Eine Frau, die mit dem Nervengift in Kontakt gekommen war, starb vor knapp zwei Wochen an den Folgen der Vergiftung. Ein weiterer Mann ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Vergangene Woche identifizierte die britische Polizei eine kleine Flasche, die im Haus des Mannes in Amesbury gefunden worden war, als Behälter des Gifts.

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des versuchten Mordanschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Lesen Sie auch: Nowitschok - was steckt hinter dem tödlichen Giftstoff?

dpa/fn

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