Corona-Bewegung um Michael Ballweg

Facebook löscht Querdenker-Konten und erntet Kritik-Welle im Netz

Die Konten zahlreicher Nutzer der Corona-Bewegung „Querdenken“ werden von Facebook gelöscht. In den sozialen Medien macht sich deshalb nun Empörung breit.

Hamm - Es ist ein kontroverser Schritt. Facebook hat 150 Konten und Gruppen gelöscht, die der sogenannten „Querdenken“-Bewegung angehören. Auch der „Querdenker“ schlechthin, Michael Ballweg, ist von der Löschung betroffen. Der Pro-Aktivist gilt als Initialzünder und Gründer der Corona-Bewegung. (News zum Coronavirus)

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Facebook: Löschung von Querdenker-Konten und Gruppen - Michael Ballweg kündigt Veto an

Facebook wirft „Querdenken“ vor, koordiniert und wiederholt gegen Gemeinschaftsstandards vorgegangen zu sein. „Hierzu zählen die Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt“, führt Facebook-Manager Nathaniel Gleicher aus. Die Löschung der Konten richtet sich ausschließlich gegen „Querdenker“ auf Facebook und Instagram. Nicht betroffen ist der Privatchat-Dienst Whatsapp, der ebenfalls zu Facebook gehört.

„Querdenken“-Gründer Michael Ballweg hat bereits angekündigt, gegen die Löschung seines Facebook-Kontos rechtliche Schritte einleiten zu wollen. Bereits in den vergangenen Monaten habe sich die Facebook-Seite „Querdenken711“ mit über 30.000 Abonnenten gegen die Löschung bestimmter Inhalte gewehrt. Die Gruppe wurde nun komplett gelöscht. Dabei habe sie laut Michael Ballweg nur Inhalte zu den Themen Grundrechte und Meinungsfreiheit behandelt.

Facebook: Löschung von Querdenker-Konten - So reagiert das Netz

Auch der Kurznachrichtendienst Twitter hatte längst auf sich aufmerksam gemacht, als er den Twitter-Kanal des Ex-Präsidenten Donald Trump mit dem Vorwurf der gezielten Fake-News-Verbreitung sperrte. Die „Querdenken“-Bewegung ist auf Twitter jedoch nicht von der Löschung von Konten betroffen. Stattdessen ist genau dort nun eine hitzige Debatte über jene Löschung entbrannt.

Ob „Querdenker“ oder einfache Verfechter der bedingungslosen Meinungsfreiheit - viele sind mit dem Vorgehen von Facebook nicht einverstanden. „So ein Quatsch. Woher wollen die wissen wer Querdenker ist, nur weil jemand eine andere Meinung hat. Facebook sollte man meiden, spionieren Leute aus“, kritisiert ein Twitter-Nutzer das soziale Medium scharf. Andere pflichten ihm bei. „Wer entscheidet was ein ,Querdenker‘-Account ist? Facebook? Danke an das Kapital für eure segensreiche Führung“, meldet sich ein weiterer Kritiker zu Wort. „Wer andere Meinungen löscht, der hat nur eines, Angst! #Querdenker #Facebook“, schreibt ein Anderer.

Facebook: Löschung von Querdenker-Konten sorgen auch für Debatte in der Politik

Doch es gibt nicht nur Gegner der Lösch-Aktion von Facebook. „Jetzt erst?“, fragt etwa ein Befürworter und richtet sich an Facebook. Zudem gibt es Stimmen, die die Löschung von Konten und Gruppen der „Querdenken“-Bewegung einzuordnen versuchen. „Facebook hat ,Querdenker‘-Gruppen geschlossen - ein interessanter Schritt, mit dem das Netzwerk höchst außergewöhnlich inhaltliche Verantwortung übernimmt“, kommentiert einer. Ein weiterer Twitter-Nutzer glaubt, die „Querdenker“ damit nicht mundtot machen zu können: „Wenn Facebook Querdenker sperrt, übernimmt Telegram mit Kusshand.“

Nicht nur auf Twitter, sondern auch in der Politik läuft eine kontroverse Debatte zur Löschung der „Querdenker“-Konten durch Facebook. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) und SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken begrüßen den Schritt, da sie in Fake News eine Gefahr für die Demokratie sehen. Dahingegen bezeichnen einige Linken-Politiker die Facebook-Zensur als falsch, da es sich eigentlich um eine staatliche und nicht etwa privatwirtschaftlich organisierte Aufgabe handle.

Viele der selbsternannten „Querdenker“ trotzen den Regeln der Politik in der Corona-Pandemie auch deshalb, weil sie glauben, eine Corona-Impfung könne gravierende Nebenwirkungen, Langzeitfolgen und Impfschäden mit sich bringen - eine Studie liefert zu diesen Vorwürfen nun neue Erkenntnisse.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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