Für das Wohl des Kindes

Erziehungshilfe für über 500000 junge Leute

Wiesbaden - Die Behörden haben 2012 rund 517 000 Kindern und Jugendlichen eine Erziehungshilfe neu zur Seite gestellt. Das waren gut 2000 junge Menschen oder 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, wurden damit wie im Vorjahr für 3,3 Prozent der Heranwachsenden unter 21 Jahren eine erzieherische Hilfe begonnen. Im Jahr 2008 hatte dieser Anteil noch bei 3,0 Prozent gelegen.

Eltern haben Anspruch auf solche Hilfe, wenn eine dem Wohl des Kindes oder Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist, die Hilfe aber für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist.

Den größten Anteil unter allen neu gewährten Erziehungshilfen hatte mit 65 Prozent die Erziehungsberatung. Rund 307 000 junge Menschen (- 1,1 Prozent) nahmen sie im Jahr 2012 neu in Anspruch. Rund 55 000 Familien (+ 4,0) erhielten eine familienorientierte Hilfe.

Etwas häufiger als im Vorjahr wurden junge Menschen, die eine Erziehungshilfe neu bekamen, außerhalb des Elternhauses untergebracht. Für knapp 52 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene begann eine Vollzeitpflege in einer anderen Familie, eine Erziehung im Heim oder in einer anderen Wohnform. Das waren rund 800 stationäre Hilfen mehr als im Jahr 2011. Es ging dabei aber nicht um Inobhutnahmen, etwa zum Schutz der Kinder vor Misshandlungen oder sexuellem Missbrauch.

Die Hälfte der jungen Menschen, die auswärts untergebracht wurden, lebte zuvor mit einem alleinerziehenden Elternteil zusammen. Nahezu drei Viertel (74 Prozent) dieser Alleinerziehenden lebten ganz oder teilweise von Transferleistungen wie etwa Hartz IV.

dpa

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