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Strom-Blackout: „Möglich, dass es in einigen Stunden knapp werden könnte“

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Von: Moritz Serif

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In Deutschland könnte der Strom im Winter knapp werden
In Deutschland könnte der Strom im Winter knapp werden. (Symbolfoto) © Roberto Almeida Aveledo/picture alliance/dpa/ZUMA Wire

Im Winter könnte es in Deutschland zu einer Stromkrise kommen. Doch dafür müssten mehrere verschärfende Bedingungen zusammenkommen.

Berlin – Bislang gilt die Energiekrise als Gaskrise. Die Stromversorgung Deutschlands ist – Stand jetzt – sicher. Doch der Ukraine-Krieg könnte grundsätzlich für einen Blackout im Winter sorgen, da es enge Verflechtungen zwischen dem Markt für Wärme und Elektrizität gibt.

Robert Habecks Wirtschaftsministerium hatte vor kurzem eine Analyse zur Stromversorgung in Deutschland veröffentlicht. Ein sicherer Betrieb des Elektrizitätsversorgungsnetzwerkes sei gewährleistet, berichtet das ZDF. Allerdings ist ein zweiter Stresstest in Arbeit - aktuell hat die Bundesregierung mit der Gasversorgung durch Nord Stream 1 zu kämpfen

Mögliche Stromkrise: „Ich persönlich bereite mich nicht auf einen Blackout vor“

Darin soll untersucht werden, ob die Stromversorgung unter „weiter verschärften Bedingungen“, also noch weniger Gas aus Russland und Atomenergie aus Frankreich gewährleistet ist. Tobias Federico, Geschäftsführer beim Beratungsunternehmen Energy Brainpool, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich persönlich bereite mich nicht auf einen Blackout vor“.

Er rechne damit, dass das Stromnetz der Belastung standhalten werde. Thorsten Lenck von Agora Energiewende, teilt diesen Optimismus nicht gänzlich. „Nach unseren bisherigen Analysen ist es durchaus möglich, dass es im Winter in einigen Stunden knapp werden könnte“, sagte er. Folgende Risiken gibt es:

Atomkraftwerke in Frankreich können Auswirkungen auf Strom haben

In Frankreich stehen aktuell viele Kernkraftwerke wegen Wartungsarbeiten oder Hitze still. Wenn diese nicht rechtzeitig wieder laufen, könnte es für Versorgerinnen und Versorger in Deutschland eng werden, warnt Lenck.

Der BR rechnet beispielsweise damit, dass viele Haushalte verstärkt mit Strom heizen werden, um teures Gas zu sparen. Deshalb gibt es gerade einen regelrechten Run auf elektrische Heizgeräte. Laut Bau- und Elektromärkten waren die Geräte teilweise kurzzeitig ausverkauft.

Strompreise sind drastisch angestiegen

Auch die Strompreise seien zuletzt drastisch angestiegen und lagen im Juni 30 Prozent über dem Vorjahresmonat. „Spätestens zum Jahreswechsel rechnen wir erneut mit flächendeckenden Strompreiserhöhungen für Millionen Haushalte“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Der Anstieg werde jedoch nicht so stark ausfallen wie beim Gas. „Der Strompreis wird sicher auch steigen, aber nicht ganz so heftig“, prognostiziert Florian Stark von Check24. (mse)

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