Dutzende Aktivisten nach Nobelpreis verfolgt

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Für die Freiheit Liu Xiaobos gingen in Hong Kong Menschen auf die Straße

Peking - Seit der Verleihung des Friedensnobelpreises an den inhaftierten Bürgerrechtler Liu Xiaobo sind in China rund 40 Regimekritiker unter Hausarrest gestellt worden.

 Wie internationale Menschenrechtsorganisationen am Freitag berichteten, halten die Staatssicherheit nicht nur seine Frau Liu Xia in ihrer Pekinger Wohnung fest, sondern auch andere Dissidenten, Bürgerrechtsanwälte, Aktivisten, Autoren oder Angehörige von Opfern der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989.

Die Verfolgung gehe über ähnliche Kampagnen wie etwa während der Olympischen Spiele 2008 in Peking hinaus, zitierte die in den USA ansässige Gruppe Human Rights in China (HRiC) einen Aktivisten. Mehrere Bürgerrechtler sind verschwunden und andere telefonisch nicht zu erreichen. Einige werden nach Feiern wegen der Auszeichnung für Liu Xiaobo am 8. Oktober offenbar weiterhin in Haft gehalten.

Mehrere Internetseiten im Ausland, die sich für Menschenrechte und einen demokratischen Wandel in China einsetzen, gerieten unter Beschuss von Hackern und wurden unbrauchbar gemacht. Auch die Internetseite des Friedensnobelpreises in Norwegen wurde angegriffen. Das Nobelkomitee in Oslo hatte den Vordenker der chinesischen Demokratiebewegung für “seinen langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte“ ausgezeichnet. Der 54-jährige Liu Xiaobo sitzt eine elfjährige Haftstrafe wegen “Untergrabung der Staatsgewalt“ ab.

dpa

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