Wegen illegaler Preisabsprachen

Großrazzia gegen Straßenbau-Firmen: Haben sie Behörden bestochen?

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Großrazzia bei Straßenbau-Firmen.

In elf Bundesländern sind bei einer Großrazzia knapp 40 Unternehmen durchsucht worden. Der Vorwurf: Illegale Preisabsprache beim Straßenbau. Auch die Bestechlichkeit von Unternehmen steht im Raum. 

  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen illegaler Preisabsprachen im Bereich Straßenbau. 
  • Die Polizei hat bei einer Großrazzia mehrere Büros durchsucht.  
  • Auch die Bestechlichkeit von Behörden steht im Raum.

Düsseldorf/Potsdam - Deutsche Ermittler haben die Straßenbau-Branche wegen mutmaßlicher Preisabsprachen ins Visier genommen. Wie die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mitteilte, kam es bereits Ende August zu Durchsuchungen bei 37 Unternehmen in elf Bundesländern. Bei der Razzia waren insgesamt rund 700 Polizisten und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft sowie des Bundeskartellamts im Einsatz. 

Zudem geht es um Bestechlichkeit in Behörden, einige Büros wurden durchsucht. Es bestehe der Verdacht, dass die Firmen „zum Teil noch unbekannten Amtsträgern Vorteile für Auskünfte und andere Diensthandlungen“ gewährt haben, heißt es in der Mitteilung.

Illegale Preisabsprachen: Großrazzia gegen Straßenbau-Firmen

Es geht um Reparaturarbeiten auf Straßen, die in Ausschreibungen vergeben worden waren. Aus Sicht der Ermittler ist es „kriminalistisch wahrscheinlich, dass den erreichten Vergaben Aufträge zugrunde lagen, die deutlich über dem Marktpreis lagen“. Die Ermittler stellten zahlreiche Beweismittel sicher, die nun ausgewertet werden. Neben NRW sind die Firmen unter anderem in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen und Berlin präsent.

Illegale Preisabsprachen: Großrazzia gegen Straßenbau-Firmen

Die Ermittler wurden auch im brandenburgischen Amt Beetzsee im Kreis Potsdam-Mittelmark vorstellig. Amtsdirektor Guido Müller sagte auf Anfrage, dass Unterlagen für vier Vergabeverfahren beschlagnahmt worden seien. Es sei um Straßenbau-Projekte im Umfang von 1500 bis 30.000 Euro gegangen und insgesamt um etwa 60.000 Euro. 

Bis zu sieben Unternehmen hatten sich an den Ausschreibungen beteiligt, das günstigste habe den Zuschlag bekommen. Ein Mitarbeiter aus der Bauverwaltung sei entlassen worden, sagte Müller. Gegen ihn werde wegen Vorteilsnahme ermittelt. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ über die Ermittlungen berichtet.

dpa

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