Er startet derweil sein eigenes „Twitter“

Trumps Facebook-Sperre soll bleiben: Gremium rügt aber auch Strafe - Ex-Präsident wütet

Der gesperrte Ex-US-Präsident versucht durch die Hintertür, auf Social Media zu kommen. Facebook indes verkündet, dass es Trump weiterhin verbannt.

Update vom 5. Mai, 21.04 Uhr: Der frühere US-Präsident Donald Trump hat die Fortsetzung seiner Sperre bei der Online-Plattform Facebook scharf kritisiert (siehe Update vom 5. Mai, 15.15 Uhr). Das Vorgehen von Facebook, aber auch Twitter und Google sei eine „absolute Schande“, erklärte Trump am Mittwoch. „Dem Präsidenten der Vereinigten Staaten ist die Redefreiheit weggenommen worden, weil die radikalen linken Irren Angst vor der Wahrheit haben.“

Die „korrupten sozialen Medien“ müssten einen „politischen Preis“ zahlen, erklärte der Rechtspopulist. „Was Facebook, Twitter und Google getan haben, ist eine absolute Schande und eine Peinlichkeit für unser Land.“

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, betonte nach der Entscheidung des Gremiums die Verantwortung der sozialen Medien für die Verbreitung von Fehlinformationen. US-Präsident Joe Biden sei der Ansicht, dass mehr dafür getan werden müsse, dass „schädliche, manchmal lebensbedrohliche Informationen“ nicht die amerikanische Öffentlichkeit erreichten. Die Zukunft des früheren Präsidenten in den Netzwerken wollte Psaki nicht kommentieren.

Trump bleibt auf Facebook gesperrt - unbegrenzter Bann sei aber „nicht angemessen“

Update vom 5. Mai, 15.15 Uhr: Ex-US-Präsident Donald Trump bleibt auf Facebook gesperrt - das hat Facebooks unabhängiges Aufsichtsgremium „Oversight Board“ am Mittwoch entschieden. Allerdings bekam das soziale Netzwerk auch eine Rüge mit auf den Weg: Der zeitlich unbegrenzte Bann sei „nicht angemessen“, hieß es. Facebook solle in den kommenden sechs Monaten den Sachverhalt noch einmal prüfen.

Hinter die ursprüngliche Sperre stellte sich das Gremium laut einem Bericht der New York Times aber ausdrücklich. Facebook hatte Trump nach dem Sturm auf das Washingtoner Kapitol im Januar gesperrt. Das fortgesetzte Risiko neuer Gewalt habe die Maßnahme gerechtfertigt, hieß es. Ziel solle aber eine „definierte Strafe“ sein, anstelle des zeitlich nicht begrenzten Aus.

Kurz vor wegweisender Entscheidung: Trump startet sein eigenes „Twitter“

Erstmeldung: Palm Beach - Darf Donald Trump* zurück auf Facebook? Wenige Stunden vor der Entscheidung darüber prescht der Ex-US-Präsident* vor. Der von großen Online-Plattformen Verbannte hat einen Blog-Bereich auf seiner Website gestartet - aus dem die einzelnen Beiträge auch bei Twitter und Facebook geteilt werden können. Ein Weg, um seine umstrittenen Ansichten doch noch wirksam zu seinen Anhängern zu bringen.

Der am Dienstag gestartete Blog-Bereich mit dem Titel „Vom Schreibtisch von Donald J. Trump“ erinnert äußerlich an Twitter, nur dass eben nur Trump sendet. Es ist bislang dennoch eine Präsenz zweiter Klasse. Direkt folgen kann man Trump nicht. Zur Erinnerung: Auf Twitter hatte er einst mehr als 80 Millionen Follower. Ein Twitter-Sprecher sagte zu der Sache, es sei grundsätzlich erlaubt, Inhalte auf Twitter zu teilen, solange sie nicht gegen die Richtlinien der Plattform verstießen. Facebook kommentierte den Trump-Plan zunächst nicht.

Facebook, Twitter und Youtube sperrten Trump* kurz vor dem Ende seiner Amtszeit. Auslöser war die Erstürmung des US-Kapitols* durch seine Anhänger - und dass er Sympathie für die Angreifer* bekundete. Außerdem behauptete er wochenlang ohne jegliche Belege, dass ihm der Sieg bei der Präsidentenwahl 2020 „gestohlen“ worden sei und heizte damit Spannungen an.

Twitter hat betont, dass es für Donald Trump keinen direkten Weg zurück auf die Plattform gebe.

Twitter sperrt Trump - Youtube will ihn bei „gesunkenem Gewaltrisiko“ wieder entsperren

Twitter betonte bereits, dass es für Trump keinen direkten Weg zurück auf die Plattform gebe. Googles Videoplattform Youtube will dagegen sein Profil entsperren, wenn „das Risiko von Gewalt gesunken ist“.

Facebooks unabhängiges Aufsichtsgremium will an diesem Mittwochnachmittag seine Entscheidung über Trumps Sperrung verkünden. Das „Oversight Board“, bestehend aus Rechtsexperten, Aktivisten und ehemaligen Politikern, ist eine Art „Oberstes Gericht“ von Facebook, dessen Beschlüsse auch Chef Mark Zuckerberg nicht überstimmen kann.

Das Geld für das Aufsichtsgremium wurde zwar von Facebook bereitgestellt - liegt aber in einer Treuhandgesellschaft, was die Unabhängigkeit sichern soll. Bei den wenigen bisherigen Entscheidungen machte das Oversight Board bereits mehrere Sperren von Inhalten durch Facebook rückgängig. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © MANDEL NGAN/AFP

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