US-Wahl 2020

Ist Entscheidung schon gefallen? Über 50 Millionen Amerikaner haben gewählt - Biden macht Corona-Versprechen

US-Präsident Donald Trump im Profil.
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Will am 3. November für eine zweite Amtszeit als US-Präsident bestätigt werden: Donald J. Trump.

Viele Amerikaner haben ihre Stimme zur US-Wahl 2020 bereits abgeben. In Umfragen liegt der US-Präsident hinten. Sein Herausforderer punktet mit einem Wahlversprechen.

  • Mehr Wahlberechtigte als 2016 haben bereits von der frühen Stimmabgabe zur US-Wahl* Gebrauch gemacht.
  • Donald Trump* verliert Anhänger in den eigenen Reihen.
  • Herausforderer Joe Biden* verspricht Corona-Impfung für alle.

Update vom 23. Oktober, 22.40 Uhr: Eine Impfung gegen das Coronavirus* soll nach Willen des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden für alle Menschen in den USA kostenlos sein. Auch für Bürger ohne Krankenversicherung müsse die Regierung eine kostenfreie Schutzimpfung garantieren, sagte Biden am Freitag in Wilmington im Bundesstaat Delaware. In den USA sind Millionen Menschen aus Kostengründen nicht krankenversichert. Experten hoffen, dass es im kommenden Jahr einen allgemein verfügbaren Impfstoff geben wird.

US-Wahl 2020: Ist schon eine Vorentscheidung gefallen? Über 50 Millionen Amerikaner haben entschieden

Update vom 23. Oktober, 20.15 Uhr: Bei der US-Präsidentschaftswahl haben schon mehr als 50 Millionen Bürger ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltermin am 3. November abgegeben - eine Rekordzahl. Laut dem US Elections Project der Universität von Florida schickten bis Freitag mehr als 35 Millionen Menschen ihren Wahlzettel per Post ein. Mehr als 15 Millionen weitere Bürger machten von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Stimme schon im Vorfeld persönlich in einem Wahllokal abzugeben.

Das sogenannte Early Voting erreicht in diesem Jahr auch angesichts der Corona-Pandemie* Rekordwerte: Viele Wähler wollen am 3. November den Gang in volle Wahllokale und damit ein potenzielles Ansteckungsrisiko vermeiden.

Die bislang mehr als 50 Millionen Wählerstimmen entsprechen rund 37 Prozent aller bei der Wahl 2016 abgegebenen Stimmen. Laut dem US Elections Project wurden zudem zum jetzigen Zeitpunkt mehr Stimmen abgegeben, als 2016 insgesamt im Vorfeld des eigentlichen Wahltermins (rund 47 Millionen). Allerdings sind in dieser Zahl nicht sämtliche Briefwahlstimmen der letzten Präsidentschaftswahl enthalten.

Derzeit sehen Umfragen einen deutlichen landesweiten Vorsprung für Joe Biden. Auch in den besonders umkämpften Schlüsselstaaten wie Pennsylvania und Florida hat der frühere Vizepräsident die Nase vorn, allerdings sind die Rennen hier deutlich enger.

Enthüllungsjournalist Woodward packt über Gespräche mit Trump aus

Update vom 23. Oktober, 14.57 Uhr: Seine Recherchen mit einem Kollegen haben US-Präsident Richard Nixon zu Fall gebracht, auch über den aktuellen Amtsinhaber Donald Trump hat er schon zwei Bücher herausgebracht: Investigativjournalist Bob Woodward hat schon viel in der US-Politik erlebt. Doch nach der Wahl am 3. November könnte alles anders sein. „Hier kann das Undenkbare geschehen“, sagt Woodward in einem Interview mit dem Spiegel (Artikel hinter einer Bezahlschranke).

Woodward hat für sein aktuelles Buch nach eigener Aussage in diesem Jahr fast neun Stunden mit Trump geredet. Besonders beim Umgang mit dem Coronavirus habe der Präsident versagt. „Ich glaube inzwischen, er versteht schlicht nicht, dass es seine Verantwortung ist, die Menschen zu schützen. Er begreift auch nicht, dass er die Verantwortung hat, die Wahrheit zu sagen. Und er versteht se­ine moralische Verantwortung nicht, die Pflichten eines Präsidenten gewissenhaft zu erfüllen.“ Woodward zeigt sich fassungslos, dass Trump seine Landsleute nicht früher vor dem Virus gewarnt habe.

US-Wahl 2020: Die Wahl-Umfragen sehen schlecht für Donald Trump aus

Trump trete das Wahlrecht mit Füßen. Umfragen traut Woodward jedoch nicht: „Nun, es ist durchaus möglich, dass er gewinnt.“ Das hatte auch Ex-Präsident Barack Obama zuletzt betont. Bisher liegt Trump landesweit in Befragungen hinter seinem Herausforderer Joe Biden von den Demokraten.

Bob Woodward hat im Vietnamkrieg in der US-Marine gedient. Immerhin bei diesem Themenfeld findet der Journalist ein wenig Anerkennung für Trump: „Es hat bisher keinen Krieg gegeben.“

US-Wahl 2020: Donald Trump unterstellt Fox News Umfrage-Fälschung

Update vom 22. Oktober, 17.25 Uhr: Donald Trump hat dem Sender Fox News via Twitter unterstellt, Umfragen zu fälschen. Schon 2016 sei das der Fall gewesen. „Ich liege in allen genannten Bundesstaaten vorn, was ihr auch bald sehen werdet“, schrieb der US-Präsident in einem Tweet.

Fox News zufolge habe Trump einen geringen Vorsprung in Ohio. In Michigan, Pennsylvania und Wisconsin hingegen – Staaten, die Trump 2016 zu seinem Sieg verholfen hatten, liegt Joe Biden vorn.

In den Kommentaren tummeln sich größtenteils Trump-Gegner. „So sieht verlieren aus“, schreibt eine Followerin. Andere wünschen ihm Glück für das anstehende TV-Duell.

US-Wahl 2020 und frühzeitige Stimmabgabe: Wen hat Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney gewählt?

Erstmeldung vom 22. Oktober, 10.06 Uhr: Washington, D.C. - Der US-Wahlkampf läuft auf Hochtouren und mehr Wahlberechtigte als 2016 haben bereits ihre Stimme vor dem Wahltag am 3. November abgegeben. Daten des „U.S. Elections Project“ des Politikwissenschaftlers Michael McDonald von der Universität Florida zeigen, dass bereits mehr als 21,8 Millionen Amerikaner die Möglichkeit der frühen Stimmabgabe genutzt haben. Das entspricht rund 15,7 Prozent aller Stimmen bei der Wahl 2016 (Stand: 16. Oktober).

Einer dieser frühen Wähler ist Mitt Romney, früherer republikanischer Präsidentschaftskandidat bei der US-Wahl 2012, der damals gegen Barack Obama verlor. Aber seine Stimme ging nicht an den Kandidaten seiner Partei, Donald Trump, wie er am Donnerstag dem Fernsehsender CNN sagte. Ob er stattdessen den demokratischen Kandidaten Joe Biden* wählte, verriet Romney allerdings nicht. Dies wolle er „zu diesem Zeitpunkt für mich behalten“. Neben Trump und Biden treten noch weitere Kandidaten* zur US-Wahl an, denen aber keine großen Chancen eingeräumt werden.

Video: Auch Donald Trump teilte in der Vergangenheit gegen Mitt Romney aus

Romney, aktuell der Senator für Utah*, ist seit langem als scharfer Kritiker von US-Präsident Donald Trump bekannt. Im Impeachment-Verfahren gegen den Präsidenten* stimmte Romney Anfang dieses Jahres als einziger Republikaner im Senat für eine Amtsenthebung Trumps wegen Machtmissbrauchs. Damals sagte er, Trump habe sich im Zuge der sogenannten Ukraine-Affäre eines „entsetzlichen Missbrauchs des öffentlichen Vertrauens“ schuldig gemacht.

Vergangene Woche erst schrieb Romney in einem Statement auf Twitter: Die US-Politik sei zu einem „gemeinen, von Schmährede geprägten, hasserfüllten Morast“ verkommen. „Viele Amerikaner haben Angst um unser Land - so gespalten, so wütend, so gemein, so gewalttätig.“

Mitt Romey: Aktuelle US-Politik der „Geburtsstätte der modernen Demokratie“ unwürdig

Zuletzt hatte die New York Times berichtet, dass auch Mitarbeiter aus Trumps Wahlkampfteam glauben, dass es mit einem Sieg für Trump eng werden könnte. In den landesweite Umfragen liegt der amtierende US-Präsident seit Monaten hinter seinem Herausforderer Joe Biden. Am Dienstag trennten die Kandidaten laut Auswertungen der Datenanalysten der US-Website FiveThirtyEight rund zehn Prozentpunkte. (cibo/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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