Ukraine

Telefon-Mitschnitte sollen Joe Biden belasten

In der Ukraine sind Telefon-Mitschnitte zwischen Joe Biden und dem ehemaligen Staatschef Petro Poroschenko aufgetaucht.

Update vom Dienstag, 19.05.2020, 19.37 Uhr: In der Ukraine sind angebliche Telefon-Mitschnitte von Gesprächen des wahrscheinlichen demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden aus seiner Zeit als Vize-Präsident aufgetaucht. In den Mitschnitten werden mit dem ukrainischen einstigen Staatschef Petro Poroschenko etwa Personalfragen in der Staatsanwaltschaft der Ex-Sowjetrepublik diskutiert. Washington sollte auch die Finanzierung einer Parlamentspartei einstellen, hieß es darin.

Ukraine: Telefon-Mitschnitte sollen Joe Biden belasten

Poroschenkos Gegner sehen dies als Beweis für eine direkte Einmischung in die ukrainische Innenpolitik an. Entsprechende Aufzeichnungen wurden am Dienstag öffentlich gemacht. Sie legte der Parlamentsabgeordnete Andrej Derkatsch in Kiew vor. Die Gespräche aus den Jahren 2015 und 2016 seien von Poroschenko selbst aufgenommen und auf unklarem Wege Journalisten zugespielt worden, sagte er vor Journalisten.

Biden hatte sich bereits im Januar 2018 damit gebrüstet, dass der als korrupt geltende ukrainische Generalstaatsanwalt Viktor Schokin auf seine Anweisung hin gefeuert worden sei. Im Gegenzug erhielt Kiew 2016 einen zurückgehaltenen Kredit über eine Milliarde US-Dollar.

Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump nach Telefongespräch mit Wolodymyr Selenskyj

Gegen US-Präsident Donald Trump war nach einem Telefongespräch mit Poroschenkos Nachfolger Wolodymyr Selenskyj im September 2019 ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet worden. Trump soll von Selenskyj belastendes Material gegen Biden im Austausch für Militärhilfe in Millionenhöhe verlangt haben. Trump wurde in dem Verfahren im Februar vom Senat, der von den Republikanern dominiert wird, am Ende freigesprochen.

Biden soll mit der Entlassung Schokins seinen Sohn Hunter vor Korruptionsermittlungen in der Ukraine geschützt haben. Der 77-Jährige gilt als Kandidat der Demokratischen Partei gegen Amtsinhaber Trump bei den für November erwarteten Präsidentschaftswahlen in den USA.

Wahlkampf in den USA: Donald Trump Jr. startet üble Attacken gegen Joe Biden

Erstmeldung vom Montag, 18.05.2020, 11.35 Uhr: USA – Große Gewehre, große Fische und Angriffe unter der Gürtellinie: All das findet sich in regelmäßigen Abständen auf dem Instagram-Account von Donald Trump Junior. Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump nutzt seine Social-Media-Seite wie kein anderer im Team Trump, um seine 2,8 Millionen Follower an seinen privaten Freuden teilnehmen zu lassen.

Donald Trump Juniors Lieblingsziel: Präsidentschaftskandidat Joe Biden

Beliebtes Ziel seiner derben Attacken dort ist unlängst Joe Biden geworden. Trump Junior attackiert den designierten Kandidaten der Demokraten für die Präsidentschaftswahlen im November 2020 immer wieder, ist nun aber übers Ziel hinausgeschossen.

Ein Post vom Wochenende zeigt Joe Biden winkend mit der in den USA beliebten Grußformel „See you later Alligator“. Darunter ein Bild eines Alligators, der Biden zu antworten scheint mit „In a while pedophile!“. Damit unterstellt Trump Junior dem Gegenspieler seines Vaters mehr oder weniger pädophile Züge.

Donald Trump Junior veröffentlicht Fotomontage von Joe Biden

Die Entrüstung über eine derartige Unterstellung ließ nicht lange auf sich warten. Donald Trump, der Jüngere, reagierte auf Twitter zunächst damit, das Ganze als Witz abzutun. Immerhin habe er die Fotomontage ja mit lachenden Smileys versehen. 

Doch bereits im selben Post verbreitete Trump Junior vier Fotos von Joe Biden, die den ehemaligen Vizepräsidenten der USA gemeinsam mit Kindern zeigen. 

Dazu schreibt Trump der Jüngere: „Wenn die Medien nicht wollen, dass Leute Witze darüber machen, wie gruselig Joe Biden ist, dann sollte er mit dem ungewollten Berühren aufhören und seine Hände bei sich lassen.“

Donald Trump Junior bläst auf Twitter und Instagram zur Attacke

Doch auch hier hörte Trump Junior nicht auf. Ebenfalls auf Twitter veröffentlichte er ein Video von Biden, das ihn beim angeblichen Belästigen von Minderjährigen zeigt. Außerdem teilte er einen Twitter-Post von Mike Cernovich. Cernovich ist eine der Gallionsfiguren der amerikanischen Alt-Right-Bewegung, bekannt für seinen Antifeminismus und die Verbreitung zahlreicher Verschwörungstheorien.

Biden, dem vor kurzem von einer ehemaligen Mitarbeiterin sexuelle Übergriffe vorgeworfen worden waren, hat sich bislang zu den Angriffen Donald Trump Juniors nicht geäußert. Den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung hat Biden von sich gewiesen. Seinem Konkurrenten im Kampf um das Weiße Haus, Amtsinhaber Donald Trump, werfen insgesamt mindestens 25 Frauen sexuelle Übergriffe vor.

Donald Trump Junior: Mit Verschwörungstheorien gegen die Demokraten

Während auch Donald Trump äußerst aktiv auf Twitter* ist und sich dort kaum mit Höflichkeiten aufhält oder mit  Angriffen zurückhält, setzt sein Sohn Junior locker noch einen drauf. Der 43-Jährige verbreitet regelmäßig üble Gerüchte über demokratische Feindbilder wie Barack Obama und Hillary Clinton

Auch eine Verschwörungstheorie der diffusen rechten Gruppierung namens QAnon* findet bei Trump Junior immer wieder Anklang. Laut QAnon betreiben die Clintons gemeinsam mit weiteren demokratischen Führungspersönlichkeiten einen Kinderpornoring in Washington. Der Menschenhandel erfolge laut der Theorie aus dem Keller einer Pizzeria, die in der US-amerikanischen Hauptstadt beheimatet ist. Deshalb ist die Geschichte unter dem Namen „Pizzagate“ bekannt geworden.

Es gibt bis heute kein Indiz für die Wahrheit dieses Mythos. Bislang gibt es auch keine Hinweise auf pädophile Neigungen von Joe Biden. Donald Trump Junior scheint weder das eine noch das andere zu stören. (Von Daniel Dillmann)

Donald Trump Junior will sein Buch im Eigenverlag* veröffentlichen. Lektoren braucht er nicht – das beweisen die Rechtschreibfehler auf dem Titel.*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Evan Vucci

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