Ukraine-Affäre: „I want nothing“

Impeachment: Donald Trump stellt sich mit einem Spickzettel vor die Presse - Spott auf Twitter

Nach der Aussage des Schlüsselzeugen Sondland in den Impeachment-Ermittlungen um die Ukraine-Affäre, stellt sich Trump der Presse. Dabei liest er von einem Spickzettel ab. 

  • Die Demokraten treiben die Impeachment-Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump voran. 
  • Die Aussage von Schlüsselzeuge Gordon Sondland wird unterschiedlich ausgelegt. 
  • US-Präsident Donald Trump stellt sich mit einem Spickzettel vor die Presse - und erntet Spott. 

Washington - US-Präsident Donald Trump teilt gerne und viel aus. In alle Richtungen. Genauso ist er selbst ein beliebtes Ziel von Attacken. Gerade in sozialen Medien, die gleichermaßen erbarmungslos sein können wie Trump. Ein solches Beispiel digitaler Häme bot sich am Mittwoch, als ein Blatt mit handgeschriebenen Notizen, von denen Trump bei einem Statement ablas, viele Twitter-Nutzer elektrisierte.

Ein Schritt zurück: Bei den aktuellen Impeachment-Ermittlungen gegen Trump sagte am Mittwoch im Repräsentantenhaus der US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, aus. Sondland sagte, es habe in der Ukraine-Affäre ein „Quid pro quo“ gegeben - also eine Gegenleistung - für ein Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Trump im Weißen Haus. 

Impeachment-Ermittlungen: Donald Trump stellt sich mit einem Spickzettel vor die Presse 

Trump dagegen hat das stets dementiert. Sondland berichtete aber auch von einem Telefonat mit Trump von Anfang September. Darin habe er den Präsidenten gefragt, was dieser von der Ukraine wolle. „I want nothing“ - „Ich will nichts“, antwortete Trump demnach. „Ich will kein Quid pro quo. Sagen Sie Selenskyj einfach, dass er das Richtige tun soll.“ Sondland schob hinterher: „Das ist das letzte Wort, das ich vom Präsidenten der Vereinigten Staaten gehört habe.“

Trump bemühte diese kurze Passage von Sondlands Aussage für seine These, der Botschafter habe ihn entlastet. Während der laufenden Sondland-Befragung trat der Präsident im Garten des Weißen Hauses vor die Presse. Trump hielt einen Notizblock in der Hand, auf dem die zentralen Zitate Sondlands handschriftlich notiert waren, mit schwarzem Filzstift auf weißem Air-Force-One-Papier - der Name des ukrainischen Präsidenten ist dabei falsch geschrieben, auch in der englischen Schreibweise. 

Donald Trumps Filzstift-Notizen.

Impeachment-Ermittlungen: Donald Trump sagt „I want nothing“

„Ich will nichts. Ich will nichts. Ich will kein Quid pro quo. Sagen Sie Zellinsky, dass er das Richtige tun soll“, stand dort in Großbuchstaben. Und - etwas verkürzt - Sondlands Nachschub: „Das ist das letzte Wort vom Präsidenten der Vereinigten Staaten.“ Trump brüllte die Worte, die er von seinem Spickzettel abliest, regelrecht in die Kameras. Und er „schreit“ sie auch auf Twitter - wo er in Großbuchstaben schreibt, wobei diesmal der Name des ukrainischen Staatsoberhaupts richtig geschrieben ist: 

Sich Zitate eines Dritten zu notieren, um diese korrekt wiederzugeben - selbst wenn dieser wiederum einen selbst zitiert, scheint nicht verwerflich. Doch viele Twitter-Nutzer fällten ungeachtet dessen ihr Urteil. Auf Twitter ergoss sich innerhalb kürzester Zeit eine Flut an Spott über die Filzstift-Notizen: Viele Nutzer interpretierten dies als Trumps vorbereitetes Statement - quasi als einen Sprechzettel mit seinen eigenen Kernbotschaften, die er an die Öffentlichkeit bringen wolle. Er habe sich wohl nicht mal die paar zentralen Botschaften zu seiner eigenen Verteidigung erinnern können oder daran, dass er selbst der Präsident der Vereinigten Staaten sei, spotteten einige.

dpa/nai

Rubriklistenbild: © dpa / Jacquelyn Martin

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