„Das ging zu weit“

Corona-Zorn: Menschen versammeln sich vor Kretschmers Haus, Ministerpräsident diskutiert - bis zum Eklat

Nahaufnahme Kretschmer
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Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, spricht während eines Interviews zu Journalisten.

Rund 30 Menschen versammelten sich am Sonntag vor dem Privatgrundstück des sächsischen Ministerpräsidenten. Der hört sie an - bis es zum Eklat kommt. Ähnlich erging es nun auch Jens Spahn.

Update vom 11. Januar, 15.50 Uhr: Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn traf in den vergangenen Tagen wiederholt auf wütende Bürger. In Bergisch Gladbach wurde er von den Pöblern sogar angespuckt. Auch in Bottrop suchte er nun das Gespräch mit Gegnern seiner Corona-Politik, wie Bild berichtet. Doch sie fielen ihm mit Buh-Rufen, Trillerpfeifen und „Hau ab!“-Rufen ins Wort.

Spahn‘s Personenschützer hätten Verstärkung rufen und seinen Termin an einen anderen Ort verlegen müssen. Der Gesundheitsminister selbst habe auf Nachfrage erklärt, kontroverse, auch emotionale Debatten seien wichtig, solange man „eine Sekunde lang versucht, einander zu verstehen, warum der andere eine andere Meinung hat.“ Zudem sei entscheidend, „wie wir miteinander umgehen.“ Ihm persönlich gehe es gut.

Corona-Wut: Ministerpräsident Kretschmer streitet mit Corona-Gegnern - „Das ging zu weit“

Erstmeldung vom 11. Januar: Großschönau - Eine Gruppe von etwa 30 Menschen hat am Sonntagmorgen vor dem Privatgrundstück des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) in Großschönau gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Nach Polizeiangaben sprach der CDU-Politiker mit den etwa 30 Menschen am Gartenzaun. Nach etwa 15 Minuten endete die Debatte und alle Personen verließen den Ort.

Michael Kretschmer: Menschen protestieren an seinem Privatgrundstück - CDU-Politiker debattiert mit ihnen

„Es war für mich keine bedrohliche Situation. Es ist mir wichtig mit den Menschen zu reden, in der Hoffnung, sie zu überzeugen“, sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur. Als jedoch eine Frau demonstrativ ein Halstuch in den Farben der Reichskriegsflagge über ihren Mund zog, sei für ihn eine Grenze erreicht gewesen. „Dann habe ich das Gespräch abgebrochen. Das ging zu weit“, sagte der 45-Jährige. Betroffen habe ihn bei dem Gespräch gemacht, dass die protestierenden Menschen vor seinem Haus, einen „derartigen Unwillen zeigen, Realitäten zur Kenntnis zu nehmen.“

Eine Vielzahl der versammelten Menschen trug laut Polizei keinen Mund-Nasen-Schutz und hielt nur teilweise die erforderlichen Abstände ein. Die Beamten stellten die Identitäten der noch Anwesenden fest. Zudem wurde eine Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gestellt. (dpa)

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