US-Präsident war drei Tage im Krankenhaus

Helikopter, Medikamente, Sonderbehandlung: Trumps Corona-Erkrankung kostete Unsumme - vor allem im Vergleich

Es war eine Behandlung, wie sie zuvor noch keiner bekam: Die Corona-Infektion von Donald Trump wurde auf spezielle Weise therapiert. Jetzt ist klar, wie viel das Ganze gekostet hat.

  • Am 3. November ist die US-Wahl*, Wahlkampfthema Nummer eins scheint Corona zu sein.
  • Präsident Donald Trump* infizierte sich im Oktober selbst mit Covid-19.
  • Die Behandlung kostete rund 650.000 US-Dollar.

Washington, D.C. - „Die Corona-Pandemie ist bald vorbei“ - mit diesen optimistischen Worten sprach US-Präsident Donald Trump am Montag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Arizona* zu seinen Anhängern. Covid-19 bestimmt rund zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl nach wie vor die politische Lage in den Vereinigten Staaten*. Daher scheint es nur nachvollziehbar, dass Trump Corona nutzen will, um seine Wiederwahl zu sichern. Aber reicht der bloße Blick in die Glaskugel dafür aus? Das Pandemiegeschehen spricht gegen den Präsidenten.

USA: Donald Trump mit Corona infiziert - Sonderbehandlung im Militärkrankenhaus

In den USA hat die Pandemie zuletzt wieder an Fahrt aufgenommen. Wie in vielen anderen Staaten sind die Infektionszahlen auch im drittgrößten Land der Erde gestiegen. Zu den insgesamt mehr als acht Millionen Corona-Fällen muss man seit Anfang Oktober auch Donald Trump zählen. Insgesamt drei Tage befand sich der 74-Jährige im Krankenhaus und wusste diese Zeit geschickt zu Wahlkampfzwecken zu instrumentalisieren.

Es ist eine Art Heldengeschichte, die der Republikaner* aufgebaut hat. Am 3. Oktober wurde Trump per Helikopter ins Walter-Reed-Militärkrankenhaus geflogen, sprach während seines Aufenthalts über die sozialen Medien an das Volk und verließ das Krankenbett am 5. Oktober winkend in einem schwarzen SUV. Seine Wähler applaudierten und nahmen Trumps klare Botschaft jubelnd zur Kenntnis: Der Präsident hat das Virus besiegt! Die Kosten der exemplarischen Sonderbehandlung (die jeder andere US-Präsident an seiner Stelle wohl auch bekommen hätte) waren damals noch nicht bekannt, das ist nun anders.

US-Präsident Donald Trump inszenierte seine Entlassung aus dem Krankenhaus. Demonstrativ nahm er etwa seinen Mund- und Nasenschutz ab - obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch infektiös gewesen sein könnte.

USA: So viel kostete die Corona-Infektion von Donald Trump

Laut einer Hochrechnung des Wirtschaftsmagazins Business Insider“ habe Trumps Corona-Behandlung die amerikanischen Steuerzahler insgesamt rund 650.000 US-Dollar gekostet. Allein 234.000 Dollar seien für Helikopterflüge drauf gegangen. Trumps Helikopter wurde auf dem Weg vom Weißen Haus* ins Krankenhaus von zwei weiteren Maschinen begleitet. Ein Flug koste 39.000 Dollar, macht jeweils 117.000 Dollar für Hin- und Rückflug - für eine Flugstrecke von weniger als 15 Minuten.

Ein weiterer Kostentreiber sei die Behandlung durch Medikamente gewesen. Trump wurde unter anderem mit dem antiviralen Mittel Remdesivir behandelt, aber auch mit einem speziellen Antikörper-Cocktail. Weil dieses Medikament noch gar nicht zugelassen ist, sind die exakten Kosten schwer greifbar. Der „Business Insider“ beziffert sie letztlich auf 300.000 Dollar. Darüber hinaus würden weitere Aufwendungen bei der medizinischen Behandlung anfallen. So wurde Trump etwa mehrmals pro Tag auf Covid-19 getestet und ärztlich untersucht. Dadurch würden sich noch einmal weitere 100.000 Dollar ergeben.

USA: Donald Trump stellt klar - „China wird bezahlen, und zwar eine hohe Summe“

Weil Trump anders als andere Patienten nicht auf der herkömmlichen Intensivstation behandelt wurde, sondern extra in einem VIP-Bereich samt Präsidenten-Suite untergebracht wurde, kämen abschließend noch einmal 4.000 Dollar pro Nacht, also 12.000 Dollar hinzu. Am Ende stünden damit Ausgaben von mindestens 646.000 US-Dollar. In Deutschland kostet eine stationäre Behandlung durchschnittlich übrigens 10.700 Euro.

Und Trump? Der versprach, dafür sorgen zu wollen, dass „jeder dieselbe Medizin bekommt“ wie er - und das auch noch „kostenlos und so früh wie möglich.“ Wer generell für die finanziellen Folgen der Pandemie aufkommen müsse? „China wird bezahlen, und zwar eine hohe Summe dafür, was sie der Welt und uns angetan haben.“ (as) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © WIN MCNAMEE/afp

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