Zahlreiche Hersteller

Corona-Schnelltests für Laien: Zulassung des Antigen-Tests verläuft schleppend

Corona-Schnelltests für Laien rücken näher. Jens Spahn informiert über den Stand der Dinge. Es gibt bei der Zulassung noch bestimmte Hürden. Die Hersteller stehen schon Schlange.

Hamm - Bei einer Pressekonferenz am Freitag informierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) über die Pandemie-Lage in Deutschland. Dabei kamen auch Corona-Schnelltests zur Sprache, die die Bundesregierung auf den Weg bringen will. (News zum Coronavirus)

TestAntigen-Schnelltest
AnwendungMedizinische Durchführung oder Laienanwendung
Art des AbstrichsRachenabstrich, Speichel-, Spuck- oder Gurgeltest

Doch es ging nicht nur um Schnelltests. Generell gebe es einen positiven Trend zu beobachteten, da sind sich Wieler und Spahn einig. Bei den Corona-Zahlen in Deutschland ist ein stetiger Rückgang zu beobachten. Das veranlasst die Bundesregierung allerdings noch nicht dazu, den Corona-Lockdown aufzuheben und wesentliche Maßnahmen zu lockern. Stattdessen wurde bei den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen nach dem Corona-Gipfel die Gültigkeit vieler Regeln verlängert.

Corona-Schnelltests: Antigen-Tests für Laien als Maßnahme für konstant gute Zahlen?

Als neues Ziel rufen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten um Armin Laschet nun nicht mehr eine Sieben-Tages-Inzidenz von maximal 50 aus. Nach der neuen Auslegung soll die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bundesweit bei 35 oder darunter liegen. Erst dann soll wesentlich gelockert werden. Es gibt bereits Prognosen, wann Deutschland einen Inzidenzwert von 35 oder weniger erreicht.

Viele stellen sich die Frage, was passiert, wenn die Inzidenz bei unter 35 liegt und die Kontaktbeschränkungen wieder gelockert werden. Die Zahlen könnten wieder steigen. Ein Mittel, um zu verhindern, dass die Corona-Zahlen in der Folge wieder hochschnellen, sind für die Bundesregierung eine Vielzahl an Tests. Deshalb sollen Erwerb und Durchführung eines Antigen-Schnelltests für Laien künftig einfach möglich sein.

Corona-Schnelltests: Antigen-Tests für Laien werden aktuell geprüft - Hohe Genauigkeit

Jens Spahn sicherte am Freitag zu, dass es Schnelltests für Laien bald geben werde. Im Moment werden sie allerdings noch geprüft. Laut Spahn sei es wichtig, die Qualität der Tests zu gewährleisten, damit sie keine falsch-negativen Ergebnisse produzieren - also ein positives Ergebnis anzeigen, obwohl die Nutzer eigentlich corona-positiv sind. Die Genauigkeit der meisten Antigen-Schnelltests ist aber schon sehr hoch. Die Werte liegen im hohen 90-Prozent-Bereich oder sogar bei 100 Prozent, aber reicht das aus?

Die Bundesregierung will Antigen-Schnelltests auch für Laien zugänglich machen.

Noch sind Selbsttests nicht auf dem Markt, obwohl die Bundesregierung um Jens Spahn mit der Änderung der medizinischen Abgabeverordnung längst eine formale Hürde aus dem Weg geschafft hat. Wie das Handelsblatt schreibt, sind seitdem erste Anträge auf eine Sonderzulassung beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eingegangen. Wie lange es dauert, bis die ersten Zulassungen erteilt sind, ist aber noch unklar. Die Behörden halten sich bedeckt, während die Hersteller auf eine Zulassung drängen. Zu den „Pionieren“ bei den Antigen-Schnelltests für die Laien-Anwendung gehört unter anderem Siemens Healthineers.

Corona-Schnelltests: Es hakt bei der Zulassung des Antigen-Tests für Laien

Und wie funktioniert die Anwendung? Bis dato gab es immer wieder Kritik an den Schnelltests für Laien. Kritiker behaupten etwa, es gebe eine zu große Hemmschwelle bei Verbrauchern, den Test korrekt durchzuführen, da er sehr unangenehm sein kann. Bei den meisten Antigen-Tests musste der Abstrich bisher tatsächlich durch die Nase tief hinten im Rachenraum genommen werden. Doch das ist kein Muss.

Die Hersteller haben ihre Produkte dahingehend weiterentwickelt, dass bei der neuen Testgeneration ein Abstrich aus dem oberen Nasenbereich reicht. Es gibt aber auch zahlreiche Produkte, bei denen eine Speichelprobe genügt. Auch Gurgel- und Spucktests sind eine Alternative. Für den professionellen Einsatz sind Vertreter all dieser Corona-Schnelltests bereits zugelassen. Doch für die Laien-Zulassung müssen die Hersteller eine weitere Hürde aus dem Weg räumen. Damit sie auch für die Laienanwendung zugelassen werden können, müssen die Hersteller Studien vorlegen können, die nachweisen, dass Laien die Tests korrekt durchführen können.

Dass grundsätzlich mehr getestet wird, ist auch in Anbetracht der in Deutschland immer häufiger werdenden Corona-Mutation B.1.1.7 wichtig. Über die Gefahr des veränderten Coronavirus hatten Jens Spahn und Lothar Wieler noch in der Vorwoche informiert. Demnach steige der Anteil der Mutation in Deutschland.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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