China und Taiwan schließen historisches Abkommen

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Die chinesischen und taiwanesischen Vertretre bei der Unterzeichnung des Abkommens über die wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Peking - Annäherung durch Handel: China und Taiwan haben am Dienstag ein als historisch beschriebenes Abkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet.

Der sogenannte ECFA- Vertrag sieht vor, Einfuhrzölle für zahlreiche Produkte aufzuheben. Zudem gibt er taiwanesischen Firmen mehr Zugang zum chinesischen Markt, vor allem im Dienstleistungsbereich.

Der Vertrag ist das Ergebnis einer langsamen Annäherung Taiwans unter Präsident Ma Ying-jeou an den einstigen kommunistischen Erzfeind in Peking. Bis heute betrachtet Peking die demokratische Inselrepublik Taiwan als abtrünnige Provinz. Es gab keine offiziellen Beziehungen und keine Verträge zum Schutz der Interessen der taiwanesischen Geschäftsleute, die viel Geld auf dem chinesischen Festland investieren.

Präsident Ma Ying-jeou lobte die Unterzeichnung des Abkommens als einen weiteren “Schritt in Richtung Frieden und Wohlstand“. Für Kritiker in Taipeh ist das Handelsabkommen dagegen der erste Schritt von einem de-facto unabhängigen Staat zu einer chinesischen Sonderverwaltungszone nach dem Vorbild Hongkongs oder Macaos.

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40 Prozent der Ausfuhren Taiwans gehen nach China, werden aber mit neun Prozent Zoll belegt. Konkurrenz droht vor allem aus Südostasien. Anfang des Jahres unterzeichnete Peking ein Freihandelsabkommen mit dem südostasiatischen Staatenverbund ASEAN, wodurch Einfuhrzölle zum großen Teil entfallen. Auch der ECFA-Pakt entspricht einem Freihandelsabkommen, doch wurde es nicht so genannt, weil Peking Taiwan nicht als unabhängigen Staat sieht.

Ungeachtet aller bisherigen Spannungen verdienen Million Taiwanesen inzwischen ihr Geld in China als Angestellte taiwanesischer Firmen oder Unternehmer. Schätzungsweise 70 Milliarden US-Dollar haben taiwanesische Geschäftsleute auf dem Festland investiert.

dpa

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