China stoppt umstrittene Organspende

Peking - China will ab dem kommenden Jahr sein umstrittenes System für Transplantationen auslaufen lassen, bei dem hauptsächlich die Organe von exekutierten Häftlingen verwendet werden.

Anfang kommenden Jahres werde das bisherige System auslaufen, sagte Wang Haibo vom chinesischen Gesundheitsministerium der Zeitschrift der Weltgesundheitsorganisation WHO, „Bulletin“.

Den chinesischen Behörden sei klar, dass ein System, das vor allem auf den Organen von Häftlingen im Todestrakt basiere, weder ethisch noch auf Dauer aufrechtzuerhalten sei, erklärte Wang. Er leitet die Bemühungen Chinas zur Einführung eines neuen landesweiten Organspendesystems.

Die Praxis in China wurde seit Jahren als undurchsichtig und profitgesteuert kritisiert. Außerdem glauben Gegner, dass sich Todeskandidaten durch das jetzige System verpflichtet fühlen könnten, Organspender zu werden, auch wenn es ihren persönlichen oder religiösen Ansichten widerspricht.

Seit zwei Jahren schon läuft in 16 Regionen ein Pilotprojekt der Rotkreuz-Gesellschaft in China zur Organspende. Es werde Anfang 2013 landesweit eingeführt, sagte Wang. Damit beginne dann der Abschied vom alten System. Laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua soll innerhalb von fünf Jahren ganz auf Transplantationsorgane von Hingerichteten verzichtet werden.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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