CDU-Politiker warnen vor Führungsdebatte um Merkel

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Angela Merkel hat derzeit keinen leichten Stand.

Berlin - Nach dem Debakel für Schwarz-Gelb bei der Bundespräsidentenwahl haben sich die CDU-Politiker Stefan Mappus und Wolfgang Bosbach gegen eine Führungsdebatte um Angela Merkel ausgesprochen.

“Wenn einer die CDU vollends in die Krise stürzen will, muss er jetzt eine Führungsdebatte um Bundeskanzlerin Merkel führen“, sagte er der “Bild“-Zeitung (Freitag). “Aber Schwarz-Gelb darf so nicht weitermachen. Wir brauchen mehr Mannschaftsgeist.“

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Bosbach, der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, warnte, die CDU täte sich keinen Gefallen, wenn sie jetzt eine Debatte über Merkel begänne. Womöglich verweigerten “unsere Wahlleute“ aus Unzufriedenheit mit der Koalition Wulff die Stimme, sagte Bosbach. “Also müssen wir dafür sorgen, dass wir künftig besser arbeiten als in den ersten Monaten“, meinte der CDU-Politiker.

Der Präsidentschaftskandidat der Koalition, Christian Wulff (CDU), war am Mittwoch erst im dritten Wahlgang gewählt worden. Rund 20 Wahlleute der Koalition hatten ihm bis zum Schluss die Stimme verweigert.

Bürger zweifeln an Koalition

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Nach einer Umfrage denken inzwischen bereits 62 Prozent der Bürger, dass die Koalition “nicht mehr lange halten wird“. Nur 31 Prozent erwarten, dass der Regierung mit der Bundespräsidenten-Wahl ein Neustart gelingt, wie das Institut Infratest dimap für den ARD-“Deutschlandtrend“ ermittelte. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) warnte im “Hamburger Abendblatt“ (Freitag) die Koalition davor, nach den Abweichlern bei der Bundespräsidenten-Wahl zu suchen. “Die Menschen erwarten, dass die Koalition, der der Wähler den Regierungsauftrag gegeben hat, geschlossen auftritt und die Probleme des Landes löst.“ Sacharbeit sei “das Gebot der Stunde“.

dpa/dapd

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