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CDU-Gesundheitsexperte wirft Lauterbach Panikmache vor: „Der eingeschlagene Weg ist ein Irrweg“

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Von: Moritz Serif

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Lauterbach hat eine andere Meinung als CDU-Gesundheitsexperte Rüddel.
Lauterbach hat eine andere Meinung als CDU-Gesundheitsexperte Rüddel. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/picture alliance

CDU-Gesundheitsexperte Rüddel rechnet mit einem entspannten Corona-Herbst. Er wundere sich, dass die FDP Lauterbachs Panikmodus mitmache.

Berlin – Der CDU-Gesundheitsexperte Erwin Rüddel hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wegen des neuen Corona-Schutzkonzepts der Bundesregierung Panikmache vorgeworfen. „Der eingeschlagene Weg ist ein Irrweg“, sagte der Bundestagsabgeordnete im Deutschlandfunk. Im Sommer sei eine Grundimmunisierung erreicht worden, weshalb es seiner Meinung nach einen „relativ entspannten Corona-Herbst und -Winter“ geben werde. Lauterbach verunsichere mit seinem Kurs die Bevölkerung. „Ich wundere mich, dass die FDP diesen Panikmodus auch mitmacht.“

Der Entwurf von Lauterbach und Justizminister Marco Buschmann (FDP) sieht vor, dass die Länder Masken von Oktober an in öffentlich zugänglichen Innenräumen wieder verpflichtend machen können. Bundesweit soll weiterhin Maskenpflicht in Fernbahnen und Flugzeugen sowie zudem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Viel Kritik gibt es am Plan, auf die Maskenpflicht in Restaurants und bei Veranstaltungen zu verzichten, wenn die Corona-Impfung nicht länger als drei Monate zurückliegt.

Corona-Entwurf: „Das verstehe ich nicht“

Rüddel äußerte sich überzeugt, dass es an diesem Entwurf im Laufe der parlamentarischen Beratungen „deutliche Veränderungen“ geben werde. „Das verstehe ich nicht, dass man sich alle drei Monate impfen lassen soll“, sagte der CDU-Politiker. „In allen anderen europäischen Ländern geht man anders um mit den Planungen für den Corona-Winter.“ Lauterbach sieht das anders. Er warnte erneut vor einem „sehr schwierigen“ Herbst: Die Omikron-BA.5-Variante, die wahrscheinlich weiter vorherrschend sei, setze sich über die bisherigen Impfungen und überstandene Infektionen hinweg.

„Wir werden deswegen aus zwei Gründen im Herbst in Bedrängnis kommen: Es wird sehr viele Ausfälle beim Klinikpersonal geben, gleichzeitig wird die Zahl der Covid-Patienten auf den Normal- und Intensivstationen deutlich steigen“, sagte Lauterbach. Lauterbach befürchte, dass es zu Überlastungen wichtiger Infrastruktur und der Krankenhäuser kommen könne.

Lauterbach setzt auf Inzidenz, Klinikeinweisungen und Abwasseruntersuchungen

„Wir setzen auf eine Kombination aus Inzidenz, Einweisungen in die Kliniken und Abwasseruntersuchungen“, sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen. „Wir streben dazu Standorte in allen Bundesländern an.“ Oberstes Ziel müsse es sein, die Zahl der Corona-Opfer zu senken, betonte der Minister. „Was nützt es, wenn die Kliniken nie überlastet waren, aber ein großer Teil der Pflegeheimbewohner gestorben ist.“ (mse/dpa)

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