Cameron neuer britischer Premierminister

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Großbritannien hat einen neuen Premierminister und erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine Koalitionsregierung. David Cameron von den konservativen Tories ist nun an der Macht. 

London - Großbritannien hat einen neuen Premierminister und erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine Koalitionsregierung. David Cameron von den konservativen Tories ist nun an der Macht. 

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Brown tritt zurück

Er führte seine Partei nach 13 Jahren wieder an die Macht. Weil die Konservativen bei der Wahl aber keine absolute Mehrheit bekommen hatten, waren sie auf die Liberaldemokraten als Koalitionspartner angewiesen. Die kleinere Partei sitzt nun zum ersten Mal in ihrer neueren Parteigeschichte auf der Regierungsbank. Gordon Brown trat am Dienstagabend nach drei Jahren als Premierminister und Chef der Labour-Partei zurück.

Cameron ist mit 43 Jahren der jüngste Premierminister Großbritanniens seit fast 200 Jahren. Schon in der Nacht nahm das neue Kabinett Formen an. Der Parteichef der Liberaldemokraten, Nick Clegg, wird Vize-Premier und Cameron in Abwesenheit vertreten. Die Liberaldemokraten haben zudem vier Ministerposten aushandeln können.

US-Präsident Barack Obama erwartet Cameron zum G8-Gipfel

Der langjährige Außenexperte und ausgesprochene Europakritiker der Tories, William Hague, soll Außenminister werden. George Osborne übernimmt für die Tories mit nur 38 Jahren das wichtige Amt des Finanzministers. Der Konservative Liam Fox soll Verteidigungsminister werden, berichtete Medien übereinstimmend. Cameron sagte bei seiner ersten Ansprache, es stünde “harte Arbeit“ bevor. Großbritannien steht vor eine massiven Verschuldung und trägt immer noch schwer an den Folgen der Finanzkrise.

Als eine der ersten gratulierte in der Nacht Bundeskanzlerin Angela Merkel dem neuen Premier. Sie lud Cameron ein, sobald wie möglich nach Berlin zu kommen. Auch US-Präsident Barack Obama griff zum Hörer und lud Cameron für Juli in die USA ein. Er freue sich auch darauf, den neuen Premier im Juni beim G8- und G20-Gipfel zu treffen.

Verteidigungspolitik als Problem der Koalition

Mit der neuen blau-gelben Regierung endet die Ära von “New Labour“, die 1997 unter Browns Vorgänger Tony Blair begonnen hatte. Brown war seit Sommer 2007 Premier, nachdem er unter Blair zehn Jahre als Finanzminister gedient hatte. Den Labour-Vorsitz hält nun kommissarisch Vize-Chefin Harriet Harman, bis ein Nachfolger für Brown gefunden ist.

Bei der Wahl am Donnerstag hatte Labour eine schwere Schlappe eingesteckt. Die Tories waren stärkste Partei geworden, jedoch ohne absolute Mehrheit. Zusammen mit den Liberalen kommen sie auf eine stabile Mehrheit von 363 Sitzen im Unterhaus.

Um die Koalition auf die Beine zu stellen, stimmten die Liberalen Tory-Plänen zu, die Immigration einzudämmen und während der fünf Jahre langen Regierungszeit nicht den Euro einzuführen. Die Liberalen sind eigentlich sehr europafreundlich. Zu Problemen der Koalitionspartner könnte es auch in der Verteidigungspolitik kommen, da die Liberalen schon gegen den Irak-Krieg gestimmt und sich auch skeptisch über das militärische Engagement der Briten in Afghanistan geäußert haben.

dpa

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