Seltene Säugetiere tot

Bundeswehr verursacht offenbar Wal-Massaker in Ostsee  - Tierschützer fassungslos

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Hier wurde 2010 auf der Ostsee vor Eckernförde eine Mine vom Typ Mark 41 gesprengt. Die diesjährigen Sprengungen betrafen Minen vom Typ MK 1-7.

Die Bundeswehr muss sich für ein Manöver im August rechtfertigen, bei dem anscheinend 18 seltene Schweinswale ums Leben gekommen sind. 

  • Ende August führte die Bundeswehr-Marine ein Manöver in der Ostsee durch. 
  • Der Einsatz bereitete eine große NATO-Übung im September vor. 
  • Anscheind verloren dadurch 18 Wale ihr Leben.

Kiel - Nach einem Manöver der deutschen Marine wurden 18 tote Schweinswale entdeckt - offenbar besteht eine direkte Verbindung. Wie die Tagesschau berichtet, wird die genaue Todesursache der Wale derzeit an der Hochschule Hannover untersucht. Allerdings räumte ein Marine-Sprecher gegenüber dem Spiegel ein: "Da besteht vermutlich ein Zusammenhang, sicher ist das aber nicht."

Bundeswehr-Marine sprengt Weltkriegs-Minen in Meeresschutzgebiet in der Ostsee

Der Zusammenhang scheint wahrscheinlich, weil eine Sprengung von alten Minen Ende August im Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt stattfand. Der Sommer ist die Fortpflanzungszeit der Schweinswale, und der Fehmarnbelt gilt laut Spiegel als eine der drei wichtigsten Schweinswal-Gebiete hierzulande. Dort werden seit Jahren die meisten Mutter-Kalb-Paare der seltenen Säugetiere in der deutschen Ostsee gesichtet. 

Insgesamt hat die Bundeswehr-Marine bei dem Manöver 42 britische Grundminen aus dem Ersten Weltkrieg gesprengt, davon 39 in dem Meeresschutzgebiet zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark. Die Sprengungen erfolgten im Rahmen der NATO-Marineübung „Northern Coast“ mit rund 50 Schiffe mit 3000 Soldaten aus 18 Nationen. Aus Deutschland waren auch die beiden Minenjagdboote "Weilheim" und "Dillingen" beteiligt, sowie Minentaucher des Seebataillons in Eckernförde. Die Übung fand im September statt, im Vorfeld sollten die Minen beseitigt werden. 

Bundeswehr-Marine sprengt Minen  in der Ostsee - 18 tote Wale entdeckt

Laut NDR-Recherchen habe die Bundeswehr zunächst versucht, einige Minen zu entschärfen, dabei sei eine detoniert. Daraufhin zog sich der Kampfmittelräumdienst zurück. Es bestand eine erhöhte Gefahr, weil sich der Sprengstoff in den Minen längst kristallisiert habe und bereits Erschütterungen Detonationen hätten auslösen können, erklärte ein Bundeswehr-Sprecher.

Vehemente Kritik an den Minensprengungen kommt unter anderem von der Umweltschutzorganisation NABU: "Die Sprengungen im Meeresschutzgebiet ignorieren geltendes Naturschutzrecht. Sie zeigen auch die unzureichenden Umweltstandards der Marine und das Komplettversagen der Politik", empörte sich der Meeresschutz-Leiter beim NABU, Kim Cornelius Detloff. 

Tote Schweinswale nach Bundeswehr-Manöver - Abgeordnete der Grünen kritisiert Sprengungen

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke reichte eine Anfrage bei der Bundesregierung ein. Diese erklärte die Minensprengungen mit einer dringenden Gefahrenabwehr. Der Fehmarnbelt ist eine Hauptverkehrsroute in der Ostsee. Jährlich sind hier rund 40.000 Schiffe unterwegs. Lemke hält das für unglaubwürdig:  "Die Erklärung der Bundesregierung, es hätte eiliger Handlungsbedarf bestanden, erscheint mir angesichts der Tatsache, dass die Munition 2016 festgestellt wurde und die Sprengung 2019 stattfand, wenig plausibel."

Die Sprengungen erzeugten 1,5 Meter tiefe und fünf Meter breite Krater im geschützten Riff und zerstörten im Umkreis von 10 bis 30 Metern sämtliches Leben. Die Abgeordnete Lemke hat errechnet, dass so auf einer Fläche von etwa 27 Fußballfeldern Meereslebewesen ausgelöscht wurden. Doch auch für weiter entfernte Lebewesen könnten die Detonationen durch den Schall und freigesetzte Giftstoffe möglicherweise tödlich gewesen sein. 

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Großes Aufsehen erregte ein vermeintlicher Angriff auf einen Bundeswehr-Soldaten in Berlin-Neukölln. Es gab danach eine spektakuläre Wende im Fall. 

In München fand am 18. November ein öffentliches Bundeswehr-Gelöbnis im Hofgarten statt - allerdings gab es einen Gewalt-Zwischenfall am Rande.

Für Irritationen sorgten Bundeswehr-Soldaten in Berlin, die durch das Brandenburger Tor marschierten. In Uniform und mit Deutschland-Fahne.

Ein weiterer Skandal um die Bundeswehr sorgt für blankes Entsetzen: Auf dem Instagram-Account der Bundeswehr hat ein Mitarbeiter ein Bild mit einer Wehrmachtsuniform geteilt. Was er dazu schrieb, sorgte für Empörung. Bei einer anderen Panne geht es um die Marine. Die Bundeswehr-Hubschrauber können nicht abheben - wegen der Bedienungsanleitung.

mag

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