Gauck wirbt für Europa

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Joachim Gauck

Berlin - Bundespräsident Joachim Gauck engagiert sich im Kampf gegen die Finanzkrise und die aufkeimende Euro-Skepsis.

Mitten in der Finanzkrise kämpfen Bundespräsident Joachim Gauck und die letzten fünf deutschen Außenminister in einer außergewöhnlichen Aktion gegen die zunehmende Euro-Skepsis. Das Staatsoberhaupt übernimmt die Schirmherrschaft über die proeuropäische Kampagne “Ich will Europa“, wie eine Sprecherin der Stiftung Mercator am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd in Berlin sagte. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und seine Vorgänger lassen sich im Auswärtigen Amt für die Kampagne fotografieren. Auch Sportler und Schauspieler machen mit.

Mercator ist eine der Stiftungen, die den Angaben zufolge in einem Netzwerk gemeinsam für die Kampagne zuständig sind. Mit dabei ist auch die Robert-Bosch-Stiftung, beide zählen zu den größten Stiftungen in Deutschland.

Bilder: 100 Tage Joachim Gauck

Bilder: 100 Tage Joachim Gauck

35 Botschafter werben den Angaben zufolge für Europa, darunter Westerwelle und seine vier Amtsvorgänger Hans-Dietrich Genscher, Klaus Kinkel (beide FDP), Joschka Fischer (Grüne) und Frank-Walter Steinmeier (SPD). Weitere Werbeträger in Sachen Europa sind Schauspieler, Sportler und Unternehmer. Die Kampagne startet am Donnerstag kommender Woche mit einer Pressekonferenz in Berlin, wie Mercator-Sprecherin Christine Ehrig sagte. Es seien Prominente, aber auch “ganz normale Bürger“ beteiligt.

Verschiedenen Umfragen zufolge machen sich rund 80 Prozent der Deutschen Sorgen, dass die EU-Staaten die Euro- und Schuldenkrise nicht mehr in den Griff bekommen. Auch die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft sind besorgt.

 Das Image Europas wieder aufpolieren

Die Kampagne wird von einem Netzwerk getragen, an dem elf deutsche Stiftungen beteiligt sind, wie die Sprecherin der Robert-Bosch-Stiftung, Julia Rommel, erklärte. Weitere Details nannten Rommel und Ehrig mit Blick auf die geplante Pressekonferenz nicht.

Westerwelle will zusammen mit seinen vier Amtsvorgängern vor das Fotoobjektiv treten, um vor einer durch die Schuldenkrise ausgelösten Abkehr von der EU warnen, wie die “Welt“ berichtete. Mit dem ungewöhnlichen Auftritt solle vor wachsendem Euro-Skeptizismus gewarnt und für die EU als einer über Binnenmarkt und Gemeinschaftswährung hinausgehenden Kulturgemeinschaft geworben werden.

Die Aktion ist der Zeitung zufolge Teil des im Februar auf Initiative von Westerwelle im Bundeskabinett verabschiedeten Konzeptes “Europa-Kommunikation 2012“. In diesem Strategiepapier sind der Zeitung zufolge Wege beschrieben, wie das durch die Schuldenkrise angekratzte Image Europas mit einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne im In- und Ausland wieder aufpoliert werden kann.

Ein für diese Woche geplanter Auftritt musste laut “Welt“ verschoben werden. Nach dem Tod seines Vaters habe Steinmeier alle Termine für die kommenden Tage abgesagt. Die Veranstaltung solle aber auf jeden Fall nachgeholt werden. Der sechste noch lebende deutsche Außenminister, Walter Scheel (FDP), ist aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, bei der parteiübergreifenden Aktion mitzumachen.

dapd

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