Brüderle fürchtet "Handelskrieg" zwischen China und dem Westen

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Wirtschaftsminister Rainer Brüderle ist derzeit auf China-Reise

Peking - Auf seinem zweitägigen China-Besuch hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) vor einem Handelskrieg zwischen China und dem Westen gewarnt.

Er hoffe aber, dass sich in der Gruppe der 20 größten Industrieländer “vernünftige Arrangements“ durchsetzen würden, sagte er am Dienstag in Peking. Der Minister warnte, weder dürften die gegenseitigen Vorwürfe der Währungsmanipulation eskalieren noch dürfe sich der Protektionismus durchsetzen.

Deutsch-chniesische Handel wächst explosionsartig

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Brüderle zeigte sich zufrieden, dass der deutsch-chinesische Handel in diesem Jahr sprunghaft wächst. Die deutschen Exporte seien in den ersten sieben Monaten des Jahres um 52 Prozent gestiegen, die chinesischen Exporte um 34 Prozent. Beide Länder seien Wachstumslokomotiven. Zur Förderung des Wirtschaftsaustausches sprach sich der Minister für ein Freihandelsabkommen mit China aus. Dies könne beiden Seiten nutzen.

Am Nachmittag eröffnete Brüderle ein deutsch-chinesisches Symposium zu Produktsicherheit und Marktbeobachtung. Dabei gehe es um die Branchen Spielwaren, Elektrogeräte, Maschinen- und Anlagenbau sowie Chemieanlagen. Es sei etwa um Landerechte, um den Rechtsstaatsdialog oder um Normungen gegangen. Ihm sei zugesichert worden, dass deutsche Firmen sich an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen könnten, wenn sie mindestens 50 Prozent örtliche Teile einbauten.

Unterstützung von Liu ohne Folgen auf Beziehungen

Auf großes Interesse sei auch das Energiekonzept der Bundesregierung gestoßen, weil in China im zwölften Fünfjahresplan mit einem höheren Anteil der erneuerbaren Energien zu rechnen sei. Weiter sagte Brüderle, die Bundesregierung begrüße die Verleihung des Nobelpreises an Liu Xiaobo. Seine Gesprächspartner seien aber nicht der gleichen Überzeugung wie er gewesen. Er glaube jedoch nicht, dass dies eine Auswirkung auf die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder habe. Er wolle seinen Einsatz für Menschenrechte nicht plakativ vor sich hertragen, das helfe wenig, fügte Brüderle hinzu.

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