Berlin sperrt libysches Milliardenvermögen

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Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi.

Berlin - Auf Anweisung von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sperrt Deutschland die Konten der libyschen Notenbank und des libyschen Staatsfonds bei deutschen Kreditinstituten.

Entsprechende Verfügungsverbote über Gelder libyscher Finanzeinrichtungen hat nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erteilt. Betroffen seien 14 Kreditinstitute mit Sitz in Deutschland sowie die Deutsche Bundesbank, wie am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin weiter verlautete.

Hintergrund der Verfügungsverbote mit sofortiger Wirkung sei die geplante Verschärfung der Finanzsanktionen gegen Libyen. Hier drohe nach Veröffentlichungen in der Presse ein Abzug von Geldern vor Inkrafttreten der Verschärfungen auf EU-Ebene.

Betroffen von den Maßnahmen seien unter anderem die libysche Zentralbank, die Libyan Foreign Bank, der etwa 70 Milliarden US-Dollar umfassende Staatsfonds Libyan Investment Authority (LIA) sowie das Libya Africa Investment Portfolio. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 193 Konten dieser Organisationen bei deutschen Kreditinstituten gesperrt. Hinzu komme ein Konto der libyschen Zentralbank bei der Deutschen Bundesbank. 

Blutige Proteste in Libyen

Blutige Proteste in Libyen

Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi denkt indes angeblich doch darüber nach, ins Exil zu gehen. Die in Dubai erscheinende Zeitung “Al-Bayan“ meldete am Donnerstag unter Berufung auf einen Vertrauten des Oberst, Gaddafi sei schockiert darüber, dass sich nach Beginn des Aufstandes vor drei Wochen mehrere seiner Getreuen von einst von ihm abgewandt haben. Er befürchte, einen Luftangriff von “Verrätern“ aus den Reihen der Luftwaffe auf seine Unterkunft in Tripolis. Deshalb überlege er nun, ob er Libyen verlassen solle. Konkret denke er über ein Leben im Exil im Tschad oder in Niger nach.

dpa

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