Proteste im Libanon

Demonstrationen nach Explosion in Beirut: Basketball-Star bringt Verletzten in Sicherheit

Demonstrierende laufen auf dem Märtyrer-Platz durch Tränengas bei einem regierungskritischen Protest nach der tödlichen Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt.
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Nach der tödlichen Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut kommt es immer wieder zu regierungskritischen Protesten. (Symbolbild)

In Beirut kommt es seit der Explosion am vergangenen Dienstag, den 4. August, immer wieder zu Protesten. Ein Basketball-Star rettete dabei einen Verletzten.

  • Am vergangenen Dienstag, den 4. August, ereignete sich eine verheerende Explosion in Beirut*.
  • Seitdem kommt es immer wieder zu Protesten in der Hauptstadt des Libanon.
  • Ein Basketball-Star brachte bei einer Demonstration einen Verletzten in Sicherheit.

München/Beirut - Am vergangenen Dienstag, den 4. August, ereignete sich eine gewaltige Explosion* im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut. Dabei verlorenen mindestens 160 Menschen ihr Leben, mehr als 6000 wurden verletzt. Das Land befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise, Korruption spielt eine große Rolle. Zusammen mit der Corona-Pandemie* ist das ein Grund, weshalb viele Libanesen in die Armut abgerutscht sind. Ein Großteil der Bevölkerung macht die Regierung für die Explosion verantwortlich und geht seitdem auf die Straßen, dabei bleibt es nicht immer friedlich.

Im Video: Regierung des Libanon tritt zurück - Wut der Bürger nicht zu Ende

Demonstrationen nach Explosion in Beirut: Basketball-Star bringt Verletzten in Sicherheit

Auch einer der größten Sport-Stars des Landes, Fadi El Khatib, nimmt an den Demonstrationen teil. Der 40-Jährige spielt Basketball beim libanesischen Klub Champville SC. Der „Libanesische Tiger“, wie er von seinen Fans genannt wird, spielte lange Zeit für die Nationalmannschaft des Libanon. Er war sogar dreimal der beste Schütze seines Teams bei einer Weltmeisterschaft.

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We live together. And we have to learn how to do it well. And understand once and for all that our cause is unanimous: Justice for Beirut. Justice for our deceased families and friends. Justice for 30 years of corruption. Corruption. Corruption. Corruption. There shouldn't be anything stronger for us. نعيش معا. وعلينا أن نتعلم كيف نفعل ذلك بشكل جيد. ونفهم مرة واحدة وإلى الأبد أن قضيتنا إجماعية: العدالة لبيروت. العدل لعائلاتنا وأصدقائنا المتوفين. العدالة ل30 عاما من الفساد. الفساد. الفساد. الفساد. لا ينبغي أن يكون هناك شيء أقوى بالنسبة لنا.

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In den sozialen Medien ging zuletzt ein Bild viral, in dem man den Basketball-Star sieht, wie er bei einer Demonstration einen Verletzten in Sicherheit bringt. El Khatib postete das Bild auch auf seinem Instagram-Kanal und schrieb dazu: „Wir leben zusammen. Und wir müssen lernen, wie wir das gut tun. Und ein für alle Mal verstehen, dass unsere Sache einstimmig ist: Gerechtigkeit für Beirut. Gerechtigkeit für unsere verstorbenen Familien und Freunde. Gerechtigkeit für 30 Jahre Korruption. Korruption. Korruption. Korruption. Es sollte nichts stärkeres für uns geben.“

Proteste in Beirut: Basketball-Star demonstriert gegen Regierung und Korruption

Gegenüber der Bild äußerte sich El Khatib zu dem Foto, das ihn bei der Rettung eines Verletzten zeigt. „Wenn ich einen Menschen sehe, der für Gerechtigkeit demonstriert und dabei verletzt wird, dann muss ich ihm helfen“, sagte der 40-Jährige. Er habe den Libanon stets gerne als Sportler vertreten, aber die Regierung sei nicht in der Lage, das Land zu führen. El Khatib erklärte: „Die Menschen haben keinen Strom, kein Wasser. All unsere Träume sind zerstört. So einen Libanon wollen wir nicht. Wir wollen ein neues Gesicht!“

Am Montagabend, den 10. August, erklärte der Premierminister des Landes, Hassan Diab, den Rücktritt seiner Regierung. Er sagte in seiner Fernsehansprache, die Korruption sei größer als der Libanon. Am Tag der Explosion tobten die Zuschauer über die Berichterstattung von ARD und ZDF.

Aber hätte die Katastrophe eigentlich verhindert werden können, wenn nicht sogar müssen? Nun packt ein Insider aus und spricht von einem Warn-Brief, den die Regierung bereits im Juli erhalten habe. (ph) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

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