Welche Rolle spielt die Bundesregierung?

Autoindustrie: Lanz nimmt Bär in die Mangel - Anderer Gast bringt Dilemma auf den Punkt

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Einen ungemütlichen Gang hatte CSU-Ministerkandidatin Dorothee Bär bei Markus Lanz zu absolvieren.

Ist die Bundesregierung schuld daran, dass Diesel-Besitzern ein Fahrverbot droht? Dieser Frage ging Markus Lanz in seiner jüngsten Sendung nach. Etwas unbequem wurde es für CSU-Politikerin Bär.

München - Nach dem gewichtigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig bezüglich Diesel-Fahrverboten ist das Ende der Selbstzünder in Deutschland offenbar endgültig eingeläutet. Während Menschen mit Dieselfahrzeugen verunsichert sind, wo sie künftig überhaupt noch fahren dürfen, diskutieren Politiker und andere Experten die Umsetzungsfähigkeit der potenziellen Maßnahmen in den Ballungsräumen. 

Bei der Talkshow Markus Lanz war eine Expertenrunde zu Gast, um über die Folgen für das deutsche Autofahrer-Volk zu diskutieren. Beim prominentesten Gast der Runde handelte es sich um Dorothee Bär, ihres Zeichens Staatssekretärin im Verkehrsministerium und designierte Ministerin der neuen Großen Koalition.

Schon zu Beginn der Sendung geriet die 39-Jährige dabei ins Verhör und musste allerlei unangenehme Fragen über die Arbeit unter Ex-Verkehrsminister Alexander Dobrindt beantworten. Im Fokus: der Schummel-Diesel-Skandal im Hause VW und der Umstand, dass zahlreiche Fahrzeughalter viel Geld für ein Auto ausgegeben haben, welches bald nicht mehr gefahren werden darf.

„Tun Sie der Autoindustrie wirklich einen Gefallen, wenn Sie die an einem bestimmten Punkt nicht mal wirklich hart rannehmen, um sie fit zu machen für die Zukunft?“, wollte Lanz wissen. Auf derlei Fragen wich Bär aus und referierte stattdessen über die Perspektive des öffentlichen Nahverkehrs, oder das autonome Fahren, bei dem andere Länder die Nase vorn hätten.

Lanz prangert mangelnde Sanktionen gegen Autoindustrie an

Markus Lanz ging es um die Frage, warum die Bundesregierung tatenlos zusah, während deutsche Autohersteller ihrer Verpflichtung nach der Entwicklung sauberer Antriebe nicht gerecht wurden. Schließlich stand lange Zeit an, neue Fahrzeuge lediglich für den Prüfstand mit niedrigen Abgaswerten auszustatten. Schummel-Enthüllungen inklusive.

Künftig sind möglicherweise selbst Fahrzeuge mit Euro-6-Norm nicht von Fahrverboten ausgeschlossen.

„Waren Sie zu vorsichtig, haben Sie zu wenig an die Leute gedacht, die diese Autos kaufen? Muss man nicht, wenn klar ist, dass betrogen worden ist - muss man da nicht dazwischenhauen und sagen: Das lassen wir uns nicht gefallen?“, wollte Lanz des Weiteren wissen. Das konnte die Ministerin in spe nur schwerlich beantworten wie die Frage, warum die Betrüger keine drakonischeren Strafen auferlegt bekamen oder dazu verpflichtet wurden, die Unkosten einer technischen Umrüstung zu übernehmen.

Was betroffene Autofahrer nach dem Diesel-Urteil jetzt tun können

Um was für ein Dilemma sich diese Thematik im Kern dreht, fasste Journalist Robin Alexander folgendermaßen zusammen: „Die Politik hat einen Zielkonflikt aufgebaut: Einerseits wollen wir Export-Weltmeister sein und Autos verkaufen. Und deutsche Autos sind große, schwere Autos. Andererseits wollen wir aber auch Umwelt-Meister sein und in Europa die besten Grenzwerte durchsetzen. Immer weniger Ausstoß, aber immer größere Autos - das passt nicht zusammen. Dass diese Probleme auf die Ingenieure abgewälzt wurden, ist nicht in Ordnung.“ Seiner Meinung nach brauche es eine Debatte darüber, dass sich beides gleichzeitig eben nicht miteinander vereinbaren lasse.

PF

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