Atomstreit: Iran lenkt ein

Teheran - Der Iran hat im Atomstreit eingelenkt und will sein Uran jetzt im Ausland anreichern lassen. Ein entsprechendes Abkommen wurde am Montag mit der Türkei und Brasilien unterzeichnet.

Das sagte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast in Teheran. Dort hatten am Morgen der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva und der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan ihren Dreiergipfel fortgesetzt, der international als “letzte Chance“ Teherans gilt, neue drohende Sanktionen zu verhindern. “Es wurde ein Abkommen mit der Türkei und Brasilien unterzeichnet, nach dem 1200 Kilogramm niedrig angereichertes Uran aus dem Iran so lange auf türkischem Gebiet aufbewahrt werden, bis der Brennstoff für den (medizinischen) Reaktor in Teheran eintrifft“, umriss der Sprecher den Kern der Vereinbarung.

Die iranische Führung werde die internationale Atombehörde IAEA darüber informieren. Sollte mit der IAEA sowie mit Frankreich, Russland und der USA eine Einigung erzielt werden, könne das niedrig angereicherte Uran “innerhalb eines Monats“ in die Türkei gebracht werden. Kernpunkt der Unterredungen des Dreiergipfels in Teheran war ein bekannter Vorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, wonach der Iran sein Uran im Ausland anreichern lassen soll. Dadurch sollen Bedenken der USA und ihrer Verbündeten über das iranische Nuklearprogramm ausgeräumt werden. Sie verdächtigen Teheran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten und fordern mehr Transparenz.

dpa

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