Aufhebung der Impf-Reihenfolge

Astrazeneca für alle: Spahn hebt Impf-Priorisierung auf - Lauterbach: Biontech-Dosen „fehlen bei den Jüngeren“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hebt die Reihenfolge für Impfungen mit Astrazeneca auf. Und auch die Priorisierung für andere Impfstoffe könnte bald passé sein.

Update vom 6. Mai, 18.19 Uhr: Nun ist es beschlossen. Die Menschen in Deutschland können sich in ihrer Arztpraxis künftig ohne Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Bund und Länder beschlossen am Donnerstag die Aufhebung der Bevorzugung von Risikogruppen bei diesem Impfstoff. „Das heißt, die Ärzte entscheiden, wer wann und mit welchem Impfstoff dran ist“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einem Statement.

Künftig soll es dem Arzt laut Entwurf Spahns in Absprache mit dem Impfling freigestellt werden, den Abstand für eine Astrazeneca-Zweitimpfung zwischen vier und zwölf Wochen festzulegen. „Die Zweitimpfung haben jetzt viele lieber früher, auch mit Blick auf den Sommer - das geht mit Astrazenca auch innerhalb der Zulassung“, sagte Spahn bereits am Mittwochabend im WDR.

Mehrere Bundesländer wie Berlin haben für den Impfstoff bereits die Priorisierung aufgehoben. In Berlin kann man sich Termine dafür bei Hausärzten geben lassen.

Astrazeneca für alle: Spahn will Impf-Priorisierung aufheben - Lauterbach: Biontech-Dosen „fehlen bei den Jüngeren“

Erstmeldung: Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möchte die Priorisierung für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca sofort aufheben. „Wir werden generell bei Astrazeneca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt“, sagte Spahn am Mittwochabend in der Sendung „Aktuelle Stunde“ des WDR. Er werde am Donnerstag mit den 16 Landesgesundheitsministern über eine Aufhebung der Impf-Priorisierung mit Astrazeneca* sprechen.

Mit Aufhebung der Impf-Priorisierung könne dann jeder, unabhängig von Alter oder Vorerkrankung, mit Astrazeneca immunisiert werden. Jeder der mit Astrazeneca geimpft werden wolle, solle auch geimpft werden. Auf die Nachfrage, ab wann das gelten solle, sagte der CDU*-Politiker: „Für Astrazeneca jetzt schon sofort, das ist mein Vorschlag.“ Einige Bundesländer haben die vorgegebene Reihenfolge für den Astrazeneca-Impfstoff bereits aufgehoben.

Spahn möchte die Priorisierung für den Astrazeneca-Impfstoff sofort aufheben.

„Wenn die Lieferungen weiter so kommen, wovon ich ausgehe“, könne die Priorisierung bei den anderen Impfstoffen voraussichtlich im Juni beendet werden, so Jens Spahn. Aktuell werden Alte, Vorerkrankte sowie besonders gefährdete oder systemrelevante Berufsgruppen vorrangig geimpft. Seit April haben in Deutschland Personen der Impfgruppe drei die Freigabe erhalten.*

Spahn und Lauterbach: Aufhebung der Priorisierung bei Astrazeneca

Auch der SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert die Aufhebung der Impf-Reihenfolge mit Astrazeneca. „Wenn ältere Menschen den Impftermin mit Astrazeneca nicht wahrnehmen und auf Biontech oder Moderna bestehen, fehlen diese Dosen bei den Jüngeren“, sagte Lauterbach dem Wirtschaftsmagazin Business Insider. Auch er plädiere dafür, den Impfstoff, unabhängig vom Alter, für alle anzubieten.

Zudem sprach sich Jens Spahn für mehr Flexibilität bei der Verabreichung der nötigen zweiten Astrazeneca-Impfung aus. Die zweite Impfdosis sollte in einem Zeitraum von vier bis zwölf Wochen nach der Erstimpfung verabreicht werden. „Wir haben jetzt regelhaft zwölf Wochen gemacht, weil die Wirksamkeit höher ist. Wir werden aber deutlich mehr Flexibilität jetzt möglich machen“, erklärte Spahn. „Die Zweitimpfung haben jetzt viele lieber früher, auch mit Blick auf den Sommer - das geht mit Astrazeneca auch innerhalb der Zulassung.“

Für viele Menschen stellt sich unterdessen die Frage, wo sie nun den AstraZeneca-Impfstoff erhalten können - für Hamburg gibt 24hamburg.de* die Antwort*. (dpa/AFP/jsch) *Merkur.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa

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