Gegen Markus Söder

K-Frage: CDU-Gremien unterstützen Armin Laschet - Markus Söder reagiert

Armin Laschet oder Markus Söder - wer wird Kanzlerkandidat der Union? Die CDU-Gremien sprechen sich für den NRW-Chef aus. Zieht Bayerns Ministerpräsident jetzt zurück?

Update vom 12. April, 16.02 Uhr: CSU-Chef Markus Söder will trotz der klaren Unterstützung der CDU für eine Kanzlerkandidatur von Armin Laschet seine eigene Kandidatur nicht vorzeitig zurückziehen. Markus Söder wolle an diesem Montag noch keine Entscheidung, sagte er im CSU-Präsidium, wie die Nachrichtenagentur AFP von Teilnehmern erfuhr. Die Entscheidung solle erst gegen Ende der Woche fallen.

K-Frage in der Union: CDU-Gremien unterstützen Armin Laschet - Generalsekretär begründet

Update vom 12. April, 14.12 Uhr: Präsidium und Parteivorstand der CDU haben sich in der K-Frage klar für Parteichef Armin Laschet ausgesprochen. „Es gibt eine breite Unterstützung für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten von CDU und CSU“, bestätigte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak.

Er führte aus: Es gehe darum, „mit einem klaren Kompass und einem klaren Werte-Fundament in diese Bundestagswahl zu gehen“, so Paul Ziemiak. „Es geht um die Fähigkeit, zu führen. Aber es geht auch um die Fähigkeit, zusammenzuführen und ein Team anzuführen. Es geht also um die ganze Breite der Union, um die Modernisierung unseres Landes.“

Einen Beschluss für Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union gibt es allerdings noch nicht. Es handele sich um ein klares Votum, erklärte der CDU-Generalsekretär.

Armin Laschet selbst sagte auf der Pressekonferenz über das Votum: „Ich habe mich sehr gefreut über die große Unterstützung.“

Armin Laschet oder Markus Söder als Kanzlerkandidat? Wolfgang Schäuble äußert sich

Update vom 12. April, 12.55 Uhr: Nach dem CDU-Präsidium hat sich auch der Parteivorstand für den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen. „Wir haben uns klar dafür ausgesprochen, dass Armin Laschet Kanzlerkandidat werden soll“, sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble nach Informationen der Bild im Parteivorstand der CDU.

Demnach unterstützt auch Jens Spahn eine Kanzlerkandidatur des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten. Demnach soll der Bundesgesundheitsminister dafür geworben haben, „dass unser Vorsitzender für uns in das Rennen geht“.

Auch der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann sprach sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen ebenfalls für Armin Laschet aus. Er habe eine klare Haltung und ein festes Wertefundament - dies sei jetzt wichtig. Zugleich betonte Bernd Althusmann, die Bilanzen beider Kandidaten - Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder - als Ministerpräsidenten in ihren Ländern seien gut. Der Chef der Senioren-Union, Otto Wulff, habe dem Bergmannssohn Armin Laschet ein „Glück auf“ gewünscht. 

Umfragen zum Trotz: CDU-Präsidium für Armin Laschet als Kanzlerkandidat - Peter Altmaier warnt

Update vom 12. April, 11.34 Uhr: Das CDU-Präsidium hat sich mit breiter Mehrheit hinter eine Kanzlerkandidatur von Parteichef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gestellt. Das bestätigte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier nach einer Sitzung des Präsidiums. Man habe aber keinen Beschluss gefasst - dies sei auch nicht geplant gewesen.

Armin Laschet habe bei der Präsidiumssitzung „breiten Rückhalt“ für seine Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur bekommen, erfuhr AFP aus Parteikreisen. „Das CDU-Präsidium spricht sich dafür aus, dass Armin Laschet als Kandidat der Union in den Bundestagswahlkampf 2021 gehen soll“, hieß es. In der Sitzung sei diesbezüglich ein „klares Meinungsbild“ erkennbar geworden.

Die Kanzlerkandidatur der Union strebt auch CSU-Chef Markus Söder an, der sich am Nachmittag mit seinem Präsidium in München berät. In der Sitzung des CDU-Präsidiums hätten sich „fast alle Präsidiumsmitglieder zu Wort gemeldet“, hieß es weiter. Mehrere Teilnehmer hätten deutlich gemacht, „dass die aktuellen Umfragen nicht die Entscheidung über die Kandidatenfrage bestimmen sollten“. In Umfragen liegt Armin Laschet derzeit deutlich hinter Markus Söder.

Armin Laschet oder Markus Söder? Tendenz im CDU-Präsidium - aber Minister warnt

[Erstmeldung vom 12. April] Hamm - Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und CDU-Bundesvorsitzender, oder Bayerns Landeschef und CSU-Boss Markus Söder? Die Union steht vor einer parteipolitisch äußerst wichtigen Frage: Wen schickt sie als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl im September zu Rennen?

Politische PartieUnion (CDU/CSU)
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Armin Laschet oder Markus Söder: Wer wird Kanzlerkandidat? Spitzen von CDU und CSU beraten

Sowohl Armin Laschet als auch Markus Söder haben am Sonntag offiziell ihren Hut als Kandidat in den Ring geworfen. Nun steht die Entscheidung bevor. Es droht ein Nervenkrieg. Die Spitzen von CDU und CSU beraten am Montag in getrennten Sitzungen über die heikle Frage. Sie haben die Qual mit der Wahl, wie unsere Redaktion kommentierte.

Auf die Frage, ob Armin Laschet eine Mehrheit im CDU-Präsidium habe, sagte er am Sonntagabend bei Bild live: „Da gehe ich mal von aus.“ Aus der CDU kamen Mahnungen zur Geschlossenheit, aus der CSU Unterstützung für Markus Söder. Für den frühen Montagnachmittag ist eine Live-Pressekonferenz mit Armin Laschet angekündigt.

Den Ergebnissen der Beratungen des CDU-Präsidiums wollte Armin Laschet am Sonntag „nicht vorgreifen“. Einen Beschluss werde es nach seinen Worten am Montag im CDU-Präsidium noch nicht geben. „Das haben Markus Söder und ich verabredet“, sagte der NRW-Landeschef. „Es wird ein Meinungsbild eingeholt, die Lage wird erörtert, was ist jetzt das Beste, und wie finden wir einen gemeinsamen Weg.“ Laut Bild habe Armin Laschet jedoch bei einem CDU-Geheimtreffen bis weit nach Mitternacht um das Vertrauen des engsten Führungszirkels geworben.

Kanzlerkandidat der Union: Peter Altmeier betont Wichtigkeit der Basis

Offenbar kann der CDU-Vorsitzende tatsächlich auf die Unterstützung zur Kanzlerkandidatur der Union hoffen. Das CDU-Präsidium werde sich nach Einschätzung von Tobias Hans hinter Armin Laschet stellen. Das sei „doch klar“, sagte Saarlands Ministerpräsident vor Beginn der Präsidiumssitzung. Dies sei aber überhaupt nicht die Frage. „Wir beraten miteinander, wie wir die Frage der Kanzlerkandidatur angehen und wie wir die Chancen für unser Land in den 20er Jahren nutzen. Es geht um das Land vor allem.“ 

Von einem Showdown zwischen Armin Laschet und Markus Söder wollte der CDU-Politiker jedoch nichts wissen. „Die Tatsache, dass es zwei hoch erfolgreiche, an der Basis hoch angesehene Parteivorsitzende und Ministerpräsidenten gibt, die zur Verfügung stehen, die Geschicke der Bundesrepublik in die Hand zu nehmen, ist doch eine Chance“, meinte Tobias Hans. Daher sei das Präsidium für ihn „keine Krisensitzung“, betonte der CDU-Politiker. „Wir sollten es nicht verkrampft angehen. Es ist eine Chancensitzung.“

Markus Söder (rechts) oder Armin Laschet: Wer wird Kanzlerkandidat der Union?

Doch es gibt auch andere Töne in der Union. Geht es nach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), müsse bei der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union die Stimmung an der Basis eine wichtige Rolle spielen. Mit Blick auf die für Montag anstehenden Gremiensitzungen bei CDU und CSU sagte Altmaier auf RTL und n-tv: „Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was die Präsidien der CDU und CSU sagen, weil Präsidien stehen ja immer zu ihren Vorleuten.“

K-Frage in der Union? Ralf Brinkhaus sieht keinen klaren Favoriten

Laut Peter Altmaier komme es nun darauf an, „dass wir eine Lösung finden, die von weiten Teilen der Union getragen werden kann“, sagte der Minister. Umfragen zufolge liegt CSU-Chef Markus Söder in der Kandidaten-Präferenz der Unionsanhänger deutlich vor CDU-Boss Armin Laschet.

Für Unions-Fraktionschef Ralf Brinkhaus (CDU) gebe es derweil keinen klaren Favoriten. „Beide Kandidaten haben mein Vertrauen“, betonte er im ARD-Morgenmagazin. Armin Laschet und Markus Söder unterschieden sich seiner Meinung nach inhaltlich kaum. „Das haben sie gestern auch vor dem Vorstand gezeigt“. 

Ganz gleich, ob Armin Laschet oder Markus Söder: Bei der K-Frage sei eine schnelle und vor allem einvernehmliche Entscheidung notwendig. Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) sagte im Deutschlandfunk: „Es werden am Ende des Tages beide sich einigen müssen, sonst geht es auf dem Rücken der Partei, und das kann keiner wollen.“

Armin Laschet als Kanzlerkandidat? Auch CDU-Vorstand wohl für den NRW-Ministerpräsidenten

Das CDU-Vorstandsmitglied Carsten Linnemann geht nach eigenen Worten davon aus, dass CDU-Chef Laschet in den Spitzengremien seiner Partei am Montag Rückhalt für seine Kandidatur bekommt. „Ich bin mir sicher, dass der Bundesvorstand die Nominierung begrüßen wird“, sagte Linnemann. Genauso sehe es mit dem Präsidium aus. Er hielte es für „unnormal“, wenn die Gremien die Kandidatur des Parteichefs nicht begrüßen würden.

Der bei der Wahl zum CDU-Vorsitzenden unterlegene Friedrich Merz sprach sich im Interview mit unserer Redaktion derweil für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union aus. Dabei warnte Friedrich Merz: „Ein Kanzler Söder würde zudem das Binnenverhältnis in der Union zu Lasten der CSU deutlich verändern“, sagte er. (mit Material von dpa und afp)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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