Irans Präsident Ahmadinedschad überlebt Attentat

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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist offenbar einem Anschlag entgangen.

Teheran - Ein Bericht über einen versuchten Anschlag auf den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat am Mittwoch für Verwirrung gesorgt.

Die konservative Website khabaronline.ir berichtete, Ahmadinedschads Fahrzeugkolonne sei in der Stadt Hamedan im Westiran mit einem Sprengsatz angegriffen worden. Der Präsident sei unverletzt geblieben. Die amtliche Nachrichtenagentur IRNA meldete hingegen wenig später, es habe sich lediglich um einen Feuerwerkskörper gehandelt, den ein begeisterter Anhänger Ahmadinedschads gezündet habe. Auf khabaronline.ir hieß es, Ahmadinedschad sei zum Zeitpunkt der Explosion auf dem Weg zu einer Kundgebung gewesen. Der Sprengsatz sei in etwa 100 Metern Entfernung vom Fahrzeug des Präsidenten detoniert. Es sei zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. Eine Person sei in Zusammenhang mit der Tat festgenommen worden. Über mögliche Verletzte lägen keine Angaben vor.

IRNA meldete hingegen, ein Anhänger des Präsidenten habe einen Feuerwerkskörper gezündet, um seiner Begeisterung über Ahmadinedschads Besuch in Hamedan Ausdruck zu verleihen. Es sei niemand verletzt worden und kein Sachschaden entstanden. Auch Augenzeugen sagten der Nachrichtenagentur AP, es habe sich definitiv um einen Feuerwerkskörper gehandelt. Hamedan liegt 340 Kilometer westlich von Teheran und gilt nicht als Unruheregion. Es liegt aber in der Nähe der kurdischen Gebiete im Iran, wo es in den vergangenen Jahren gelegentlich zu Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und kurdischen Rebellen kam.

Ahmadinedschad äußert sich in Rede nicht zu Explosion

Im Anschluss an die Explosion hielt Ahmadinedschad wie geplant seine Rede, die live im Staatsfernsehen übertragen wurde und in der er sich nicht zu dem Zwischenfall äußerte. Stattdessen erklärte er zum wiederholten Male, dass sich der Iran im Streit um sein Atomprogramm nicht dem Druck des Westens beugen werde. In der Vergangenheit gab es nach Angaben von Experten noch nie Berichte über Anschlagsversuche auf Ahmadinedschad. Im Mai war der Präsident bei einem ähnlichen Besuch in der südiranischen Stadt Chorramschahr ungewohnt heftig von Demonstranten kritisiert worden, die mehr Arbeitsplätze forderten. 2005 wurde Berichten zufolge in der Unruheprovinz Sistan-Balutschistan einer seiner Leibwächter ermordet. Der Präsident hatte die Region aber zum Zeitpunkt der Tat schon wieder verlassen.

Das iranische Waffenarsenal

Das iranische Waffenarsenal

dapd

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