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Anschlag auf Kleriker in Afghanistan - mindestens 18 Tote

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Lage in Afghanistan
Menschen rennen zum Anschlagsort in der Provinz Herat. © Omid Haqjoo/AP/dpa

In der Provinz Herat ist ein Imam auf dem Weg in die Moschee, als er einem Selbstmordanschlag zum Opfer fällt. Es gibt viele weitere Tote.

Berlin/Kabul - Bei einem Selbstmordanschlag in der westafghanischen Provinz Herat sind Behörden zufolge am Freitag mindestens 18 Menschen gestorben. Unter den Opfern sei ein lokal bekannter Geistlicher der Stadt Herat, bestätigte ein Sprecher der Provinzregierung dem afghanischen Sender Tolonews. Weitere 23 Menschen wurden demnach verletzt.

Örtliche Medien gingen davon aus, dass der Anschlag direkt auf den Moschee-Vorsteher zielte. Er galt als prominenter Unterstützer der machthabenden Taliban. Der Imam war einem Polizeisprecher zufolge auf dem Weg in die Moschee, um das Freitagsgebet zu halten. Der Attentäter habe dessen Hände geküsst und dabei die Bombe gezündet. „Ich sah viele Leichen und Verwundete und viele einzelne Stücke Fleisch“, berichtete ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur am Telefon vom Tatort.

Wenige Stunden zuvor soll sich der Kleriker mit dem Taliban-Vizechef Abdul Ghani Baradar getroffen haben, um den afghanischen Machthabern seine Ehre zu erweisen. Seit der erneuten Machtübernahme der Taliban im August 2021 haben die Anschläge an religiösen Stätten des Landes wieder zugenommen. Zu einem Teil der Attacken, vor allem gegen religiöse Minderheiten, hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Der IS ist auch ein Todfeind der islamistischen Taliban. Zum Anschlag am Freitag bekannte sich zunächst niemand. dpa

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