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Krim-Explosionen nur der Anfang? Russland könnte vor neuen Problemen stehen

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Von: Nail Akkoyun

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Offiziell will die Ukraine mit den Explosionen auf der Krim nichts zu tun haben, doch die Realität scheint anders – und wäre für Russland folgenschwer.

Krim – Zwei Tage nach den verheerenden Explosionen auf der Krim, bei denen mehrere russische Soldaten verletzt und eine Person getötet wurde, ist noch immer unklar, was die Detonationen ausgelöst hatte. Während Russland bestreitet, dass die von ihnen im Jahr 2014 annektierte Halbinsel von der Ukraine attackiert wurde, verkehren auf ukrainischer Seite widersprüchliche Behauptungen.

Während Kiew offiziell ebenfalls nichts von einem Angriff wissen will, gehen Beobachterinnen und Beobachter von einem ukrainischen Militärschlag aus. Seitens der US-amerikanischen Denkfabrik Institute for the Study of the War hieß es etwa, dass Moskau die Attacke aus Imagegründen nicht eingestehen wolle. Zudem schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak auf Twitter: „Das ist nur der Anfang.“

News zum Ukraine-Krieg: Militär-Experte hält Unfall auf Krim für unwahrscheinlich

Auch der deutsche Militärexperte Gustav Gressel hält einen Unfall für unwahrscheinlich, wie er im Gespräch mit T-Online.de erklärte. Die betroffene Militärbasis auf der Krim sei „relativ groß und frisch ausgebaut“, sagte Gressel. „Jemand muss mit einem koordinierten Angriff für die Explosion aller drei Einrichtungen gesorgt haben.“

Am Strand von Saky steigt Rauch nach einer Explosion auf. Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer kam es am Dienstag (9. August) zu mehreren Explosionen.
Am Strand von Saky steigt Rauch nach einer Explosion auf. Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer kam es am Dienstag (9. August) zu mehreren Explosionen. © Uncredited/dpa/AP

News zum Ukraine-Krieg: Explosionen auf der Krim - „Müssen sie erst Moskau bombardieren?“

Sollte tatsächlich die Ukraine hinter den Explosionen auf der Krim stecken, stellt das Russland vor eine Reihe neuer Probleme: Stellungen, die bislang für die ukrainischen Streitkräfte kaum erreichbar schienen, wären es plötzlich. Dazu würde auch die Aussage von Olexij Arestowytsch passen, einem Berater Wolodymyr Selenskyjs, der von einer neuen Waffe berichtete – eine Waffe, die offenbar enormen Schaden anrichten kann.

Darüber hinaus äußerte sich Juri Ihnat, Sprecher der ukrainischen Luftwaffe zu dem Vorfall auf der Krim: „Nach der Explosion, die wir gesehen haben, ist klar, dass das Kontingent der Luftwaffe getroffen wurde“, sage Ihnat am Mittwoch (10. August). Sollten dabei Flugzeuge zerstört worden seien, „wäre dies ein echter Triumph“. Inzwischen haben von einem US-Unternehmen veröffentlichte Satellitenbilder bestätigt, dass russische Kampfjets zerstört worden. Sowohl die Zeitung The New York Times als auch das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) berichteten am Donnerstag (11. August) von mindestens acht abgebrannten Flugzeugen.

Unterdessen echauffierte sich der russische Fernsehmoderator Wladimir Solowjow auf Telegram: „Wo ziehen wir die rote Linie? Müssen sie erst Moskau bombardieren?“. In seiner eigenen Fernsehsendung hat Solowjow derweil gerne Propagandistinnen und Propagandisten aller Couleur zu Gast – und drohte Großbritannien erst im Mai selbst mit einer russischen Invasion.

Ukraine-Krieg: Ukrainischer Angriff auf die Krim wäre ein schwerer Schlag für Russland

Ob der Ukraine ein symbolträchtiger Angriff auf die Krim gelungen ist, lässt sich vorerst nicht mit Sicherheit sagen – Anzahl, Wucht und einige Aussagen auf ukrainischer Seite sprechen jedoch deutlich für einen Angriff. Es wäre die erste militärische Attacke auf die Schwarzmeer-Halbinsel seit der Annexion im Jahr 2014.

Symbolisch wäre dies für Wladimir Putin ein ähnlich schwerer Schlag wie die Versenkung des Lenkwaffenkreuzers „Moskwa“ Mitte April. Auch in diesem Fall verneinte Russland, trotz vieler Indizien, einen Abschuss durch ukrainische Truppen. (nak/dpa)

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