Tillerson will rasch übergeben

Trumps Rundumschlag geht weiter: Jetzt muss der nächste gehen

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Rex Tillerson im Oktober bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus

Donald Trump hat seinen Außenminister Rex Tillerson entlassen. Der Nachfolger steht schon fest. Neben Tillerson erwischte es noch zwei weitere Funktionäre.

Update 18.30 Uhr

Nach Außenminister Rex Tillerson muss auch Staatssekretär Steve Goldstein seinen Posten in dem Ministerium verlassen. Er sei gefeuert worden, verlautete am Dienstag aus dem Weißen Haus.

US-Außenminister Rex Tillerson hat nach seinem Rauswurf am Dienstag angekündigt, jetzt „ins Privatleben“ zurückzukehren. Er werde noch am Dienstag die Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter John Sullivan übergeben und bis zu seinem endgültigen Ausscheiden Ende März mit seinem designierten Nachfolger bei der Amtsübergabe zusammenarbeiten, sagte Tillerson in Washington weiter. Er nannte die Fortschritte in der Korea-Politik als eine der größten Errungenschaften seiner wenig mehr als ein Jahr dauernden Amtszeit.

Trump schasst Außenminister Tillerson - auch ein Berater muss gehen

Washington - Donald Trump hat für einen neuerlichen Paukenschlag gesorgt - und ist erneut mit seinem politischen Personal beschäftigt: Auf Twitter teilte Trump am Dienstagnachmittag deutscher Zeit mit, Außenminister Rex Tillerson sei aus dem Amt entlassen. Nachfolger soll demnach CIA-Chef Mike Pompeo werden.

Pompeo werde als neuer Außenminister einen "fantastischen Job" machen, schrieb Trump. Dem entlassenen Ressortchef dankte der Präsident "für seine Dienste". Auch die Nachfolge an der CIA-Spitze ist wohl schon geregelt. Laut Trumps Tweet wird Gina Haspel die erste Frau an der Spitze des Auslands-Geheimdienstes. Beide Posten müssen vom Senat bestätigt werden.

Haspel war bislang stellvertretende CIA-Direktorin. Die 61-Jährige ist nicht unumstritten: Die New York Times warf ihr Anfang 2017 Beteiligung an Folterverhören in einem US-Geheimgefängnis in Thailand vor.

Wollte Tillerson gehen - oder setzte ihn Trump vor die Tür?

Tillersons Ablösung steht offenbar in Zusammenhang mit Trumps Plan für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Vor dem Treffen habe der Präsident seine Mannschaft neu aufstellen wollen, verlautete laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP aus Regierungskreisen in Washington.

Trump räumte wenig später unterschiedliche politische Ansichten zum scheidenden US-Außenminister Rex Tillerson als Grund für dessen Abgang ein. Er habe eine andere Denkweise als Tillerson gehabt, sagte Trump am Dienstag vor Journalisten in Washington. Als Beispiel nannte er etwa den Atomdeal mit dem Iran. Er habe aus dem Abkommen aussteigen wollen, Tillerson nicht, sagte Trump. Mit Pompeo glaube er, besser zusammenarbeiten zu können.

Der Staatssekretär im Außenministerium, Steve Goldstein, erklärte am Dienstag, Trump habe vor seiner Entscheidung nicht mit Tillerson gesprochen. „Der Minister hatte die volle Absicht, im Amt zu bleiben“, heißt es in der Stellungnahme unter anderem.

Immer wieder unterschiedliche Positionen

Die Ankündigung kam dennoch überraschend - auch, weil sich Tillerson aktuell auf offizieller Auslandsreise befindet. Allerdings hatte es vergangenen Jahr immer wieder Spekulationen über einen Rücktritt Tillersons gegeben. Der 65-Jährige dementierte dies aber stets. Tillerson hatte immer wieder Positionen vertreten, die sich von denen Trumps unterschieden, etwa was den Konflikt mit Nordkorea angeht. In einem Medienbericht hatte es gar geheißen, Tillerson habe Trump im vergangenen Sommer in einer Rede einen „Idioten“ geheißen. Am Montag schloss sich Tillerson der Schlussfolgerung der britischen Regierung an, wonach Russland für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in England verantwortlich ist. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen.

Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, äußerte sich nach der Ablösung Tillersons beunruhigt. „Die Entlassung von Rex Tillerson macht nichts besser...“, twitterte der SPD-Politiker am Dienstag.

Die Entwicklung reiht sich ein in eine Reihe zahlreicher Personalwechsel in den vergangenen Monaten. In der vergangenen Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn angekündigt, er werde das Weiße Haus verlassen.

Außenminister hatte sich am Wochenende mit „Unwohlsein abgemeldet“

Am Samstag hatte Tillerson hat bei seiner Afrika-Reise wegen Unwohlseins alle Termine abgesagt. Tillerson fühle sich nach langen Arbeitstagen zu wichtigen Themen wie Nordkorea "nicht wohl", teilte sein Stellvertreter Steve Goldstein mit. Am Sonntag hatte Tillerson die Arbeit wieder aufgenommen.

Ebenfalls am Dienstag wurde bekannt, dass Trump wohl auch einen langjährigen Berater entlassen hat. John McEntee, persönlicher Assistent des Präsidenten, sei am Dienstag „aus dem Weißen Haus herauseskortiert worden“, sagten zwei Regierungsmitarbeiter dem Wall Street Journal. Ein weiterer Informant erkläre, McEntee sei wegen „nicht spezifizierter Sicherheitsangelegenheiten“ entlassen worden. McEntee hatte seit Beginn der Präsidentschaftskampagne an der Seite Trumps gearbeitet.

fn/AFP/dpa

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