Auch Trump zeigt sich skeptisch

Waffen aus 3D-Drucker erlaubt: Jetzt droht Klagewelle mehrerer US-Staaten

+
Wo soll das noch hinführen: In den USA dürfen sich Bürger jetzt Waffen per 3D-Drucker selbst kreieren.

In den USA kann sich jeder Bürger legal mit Waffen aus dem 3D-Drucker versorgen. Diese neue Vereinbarung ruft wenig überraschend viel Kritik hervor. Auch Donald Trump äußert sich skeptisch.

Washington - In den USA gibt es massiven juristischen Widerstand gegen Schusswaffen aus dem 3D-Drucker. Die Generalstaatsanwälte von acht Bundesstaaten, die von der Demokratischen Partei regiert werden, reichten am Dienstag eine gemeinsame Klage gegen die Bundesregierung wegen dieser Waffen aus Plastik ein.

Es sei "einfach verrückt", Kriminellen die Technik an die Hand zu geben, um sich per Knopfdruck eine Schusswaffe zu besorgen, erklärte die oberste Strafverfolgerin des Bundesstaats New York, Barbara Underwood.

Einigung nach jahrelangem Rechtsstreit gefunden

Die bei einem Bundesgericht im Westküstenstaat Washington eingereichte Klage richtet sich gegen eine Vereinbarung, welche das US-Justizministerium im Juni nach jahrelangem Rechtsstreit mit der Organisation Defense Distributed erzielt hatte. Demnach darf die Organisation ab diesem Mittwoch ihre Konstruktionspläne für mit 3D-Druckern herstellbare Schusswaffen im Internet veröffentlichen.

In der Klage heißt es, die Vereinbarung sei "hochgefährlich". Sie könne eine "beispiellose Auswirkung" auf die öffentliche Sicherheit haben. Auch Präsident Donald Trump zeigte sich skeptisch gegenüber dem Projekt von Defense Distributed - obwohl seine eigene Regierung der Veröffentlichung der Fertigungspläne zugestimmt hatte.

Trump äußert öffentlich Bedenken

Er prüfe, ob die Plastikwaffen aus dem Drucker "an die Öffentlichkeit verkauft" werden sollten, schrieb Trump am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Mit der Waffenlobby NRA habe er darüber bereits gesprochen. Das Vorhaben "scheint nicht sehr sinnvoll zu sein", merkte der Präsident an.

Generell ist Trump ein energischer Befürworter des Rechtes auf privaten Waffenbesitz. Seit dem Wahlkampf ist er eng mit der NRA verbündet.

Zusatzartikel in US-Verfassung soll Recht auf privaten Waffenbesitz einräumen

Defense Distributed hatte im Rechtsstreit um die Waffen aus dem Drucker erfolgreich argumentiert, dass diese durch den Zweiten Zusatzartikel zur US-Verfassung geschützt seien. Der Artikel garantiert nach Lesart der Waffenlobbyisten das Recht auf den privaten Waffenbesitz.

Der Zweite Zusatzartikel umfasse auch das Recht des Bürgers, sich seine Waffen zuhause und ohne Kontrolle durch die Regierung herzustellen, führte Defense Distributed ins Feld. Die Organisation wurde von dem bekannten Pro-Waffen-Aktivisten Cody Wilson aus Texas gegründet.

Lesen Sie auch: Fünf Tote nach Schießerei in US-Zeitungsredaktion: Waffe war legal erworben

Waffen aus 3D-Drucker haben keine Seriennummern

Die Waffen aus dem 3D-Drucker - Pistolen und Gewehre - funktionieren ebenso wie reguläre Schusswaffen. Da sie nicht industriell gefertigt werden, besitzen sie keine Seriennummern. Von Metalldetektoren werden sie nicht angezeigt. Für die Behörden sind diese Waffen also potenziell schwer aufzuspüren und in ihren Wegen nachzuverfolgen.

Das laxe Waffenrecht und die weite Verbreitung von Schusswaffen ist eines der politisch umstrittensten Themen in den USA. Die Debatte wird regelmäßig durch Schusswaffenangriffe mit einer größeren Zahl von Todesopfern angeheizt. Jährlich kommen in den Vereinigten Staaten rund 30.000 Menschen durch Schusswaffen ums Leben.

Lesen Sie auch: 17-Jähriger gesteht Schulmassaker von Texas

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare