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Ersatz für das 9-Euro-Ticket: Ab September könnte das 69-Euro-Ticket kommen

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Von: Marcel Guboff

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Es gibt Ideen für eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets. Verkehrsunternehmen bringen die 69-Euro-Fahrkarte ins Spiel. Das steckt hinter dem Klimaticket.

Hamm - Das 9-Euro-Ticket kommt bei den Bürgern in Deutschland gut an. Doch das Angebot ist auf drei Monate befristet und endet Ende August. Und was kommt dann? Der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) hat jetzt einen Vorschlag für eine mögliche Nachfolge ins Spiel gebracht.

Nachfolge für 9-Euro-Ticket: Verkehrsunternehmen bringen 69-Euro-Fahrkarte ins Gespräch

Konkret spricht sich der VDV für ein dauerhaftes 69-Euro-Ticket aus. Wie das 9-Euro-Ticket, soll auch diese Fahrkarte dann bundesweit für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gelten.

„Ausgehend von der Prämisse, dass die ÖPNV-Tarife der Verkehrsverbünde für das Gros der Fahrgäste weiterhin attraktiv sein werden, schlagen wir insbesondere für diejenigen, die sich in der Marktforschung als relevante Zielgruppe erwiesen haben - zahlungswillige Autofahrerinnen und -fahrer - ein bundesweit gültiges ÖPNV-Klimaticket für 69 Euro pro Monat als einfache Fahrtberechtigung der 2. Klasse vor“, teilte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff mit.

Abgesehen vom Preis gibt es noch andere Unterschiede zum 9-Euro-Ticket. Denn anders als beim aktuellen Angebot, würde die 69-Euro-Fahrkarte nicht automatisch für Abonnenten gelten. So müssten Fahrgäste vielmehr abwägen, welches Abo für sie am besten passe.

Kosten für 69-Euro-Ticket weit unter denen für die 9-Euro-Fahrkarte

VDV-Chef Oliver Wolff ist sich derweil sicher, dass die Branche in der Lage sei, „ab 1. September ein solches Klimaticket anzubieten. Dafür brauchten wir allerdings sehr schnell den entsprechenden Auftrag seitens der Politik.“

Die Kosten für das Angebot des 69-Euro-Ticket bezifferte Oliver Wolff auf rund zwei Milliarden Euro im Jahr. Das wäre weniger als die 2,5 Milliarden Euro, die der Bund den Ländern als Ausgleich für die entgangenen Ticketeinnahmen in den drei Monaten des 9-Euro-Tickets überweist. Für dieses Jahr ließen sich diese Kosten noch über den mit der Politik ausgehandelten Rettungsschirm für die Verkehrsunternehmen finanzieren. „Für das neue Jahr braucht es dann eine neue Regelung.“

Auch aus der Politik mehren sich die Forderungen nach einer Nachfolge für das 9-Euro-Ticket, das übrigens nicht übertragbar ist. SPD-Fraktionsvizechef Detlef Müller sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Ob ein Anschlussticket dann 39, 49 oder 69 Euro kostet, ist zweitrangig. Es muss aber in einem Rahmen sein, der psychologisch wirkt und sich für Menschen lohnt, ihr Auto stehen zu lassen.“

Nachfolge für 9-Euro-Ticket: Grünen-Chefin signalisiert Unterstützung

Grünen-Chefin Ricarda Lang signalisierte ebenfalls Unterstützung für eine Nachfolge-Regelung: „Über das Modell werden wir in der Koalition beraten, klar ist aber: Es braucht eine Anschlussregelung, die wie vom Bundesverkehrsminister vorgeschlagen möglichst bundeseinheitlich gilt und dabei günstig ist, also auch sozial“, sagte sie der FAZ. Dabei stehe die Regierung aber vor der Aufgabe, zwei Ziele gleichzeitig erreichen zu müssen. „Wir wollen ein günstiges Ticket und gleichzeitig die Qualität des Angebots verbessern, das heißt in die Infrastruktur investieren.“ Über ein Klimaticket war bereits vor einigen Wochen diskutiert worden.

Mit dem bundesweit geltenden 9-Euro-Ticket können Fahrgäste noch bis Ende August für 9 Euro pro Monat im ÖPNV mit Bus und Bahn durch ganz Deutschland fahren. Mit der dreimonatigen Aktion sollen Bürger entlastet werden. Zum anderen soll der Umstieg auf Busse und Bahnen attraktiver werden. Im Juni nutzten laut VDV rund 31 Millionen Menschen den günstigen Tarif - unter ihnen zehn Millionen Abonnenten, die das vergünstigte Ticket automatisch erhalten. (mg/dpa/afp)

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