Tausende Beschäftige im Ausstand

Kita-Streik sorgt erneut für massive Einschränkungen

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[UPDATE 15 Uhr] Düsseldorf - Der Kita-Streik geht weiter: Allein in Nordrhein-Westfalen sind wieder rund 10.000 Beschäftigte in den Ausstand getreten. Die Eltern müssen weiter schauen, wo sie ihre Kinder unterbekommen.

Der Warnstreik der Erzieher hat in NRW am Dienstag in 1000 Kitas erneut für massive Einschränkungen gesorgt. Viele blieben ganz geschlossen. Die Beschäftigten von kommunalen Kitas und sozialen Diensten haben ihren Ausstand fortgesetzt. Allein Verdi sprach von 10.000 Mitgliedern, die sich an dem Ausstand beteiligt hätten. Auch Mitglieder der Gewerkschaften GEW und Komba waren im Streik. Eltern mussten schauen, so sie ihre Kinder betreuen lassen konnten. Ob sie die Kita-Gebühren für die Zeit des Streiks erstattet bekommen, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

In Dortmund hat der Stadtrat bereits beschlossen, den Eltern die Beiträge für Streiktage zurückzuzahlen. Die Stadt habe das schon bei einem Streik im Jahr 2009 gemacht, sagte Stadt-Sprecher Michael Meinders.

Dagegen plant die Stadt Düsseldorf keine Beitragserstattung. Kinder über drei Jahren erhalten in der Landeshauptstadt einen kostenlosen Kita-Platz. Von den Eltern jüngerer Kinder bezahlt laut Stadt nur die Hälfte Gebühren, da sie weniger als 30 000 Euro im Jahr verdienen. Das Essensgeld von 3,25 Euro erhielten die Düsseldorfer Eltern aber zurück, sagte Pressesprecher Michael Bergmann. Auch Münster sieht von einer Rückerstattung der Beiträge ab.

Neben den Kitas wurden auch andere soziale Einrichtungen wie Jugendtreffs bestreikt, sagte NRW-Verdi-Sprecher Günter Isemeyer. Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst fordern eine bessere Eingruppierung und damit rund zehn Prozent mehr Lohn. Sie argumentieren, dass ihre Ausbildungszeit und die Verantwortung deutlich gestiegen seien.

"Wir hoffen auf ein schnelles Ergebnis", sagte Isemeyer. "Dafür benötigen wir aber ein verhandlungsfähiges Angebot der Gegenseite, und das liegt noch nicht vor." Die Arbeitgeber halten die Forderungen der Gewerkschaften für nicht bezahlbar.

Am Mittwoch sollen die Streis unvermindert weitergehen. Geplant seien unter anderem Demonstrationen in Bochum, Hagen, Mülheim, Wuppertal und Düsseldorf, teilte Verdi mit. - dpa

Quelle: wa.de

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