Bilanz der Polizei zum Blitz-Marathon

Nur wenige Temposünder in Hamm, Kreis Soest und Unna

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Der Blitzmarathon wurde bundesweit durchgeführt.

WESTFALEN - Die Polizei hat am Freitagmorgen den bundesweiten Blitz-Marathon nach 24 Stunden beendet. Es war die zweite flächendeckende Kontrollaktion dieser Art. Alle 16 Bundesländer haben mitgemacht - die Bilanzen aus NRW veröffentlichen wir an dieser Stelle.

In NRW war es bereits der siebte Blitzmarathon. Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptlursache für schwere Verkehrsunfälle. Je schneller gefahren wird, desto länger werden die Bremswege, umso höher die Aufprallgeschwindigkeiten.

Insbesondere Kinder und Jugendliche, die meist ganz ohne Knautschzone als Fußgänger oder Radfahrer im Straßenverkehr unterwegs sind, sind besonders gefährdet. Ihr Verhalten ist zudem spontan und für andere Verkehrsteilnehmer oftmals schwer zu überblicken.

Hier das Fazit des Blitz-Marathons, so weit es unserer Redaktion von den jeweiligen Kreispolizeibehörden bereits übermittelt wurde:

Hamm: Dramatische Ausreißer nach oben blieben aus, die Verstoßquote sank. Und die, die immer noch zu schnell gefahren sind, wurden mit höchstens 25 Kilometern pro Stunde zu viel erwischt.

Die Stadt Hamm und die Polizei kontrollierten in 24 Stunden 12.422 Fahrzeuge. 365 davon waren zu schnell. Im April wurden von 7421 Autos 365 geblitzt. Die Verstoßquote sank von 4,9 Prozent auf 2,9 Prozent.

"Das ist ein tolles Ergebnis. Es zeigt, dass sich auch Raser im Zaum halten können. Wir hoffen, dass dieser bewusste Umgang mit der Geschwindigkeit lange anhält", so Polizeipräsident Erich Sievert zum positiven Ergebnis.

Kreis Soest: Hier wurden insgesamt an 78 Kontrollstellen 9849 Fahrzeuge kontrolliert. 316 Mal waren die Fahrzeuge zu schnell unterwegs - allerdings oft nur mit geringfügigen Überschreitungen.

Deutlich zu schnell war ein Autofahrer, der in Möhnesee-Echtrop an der Schäferlinde mit 84 km/h statt mit erlaubten 50 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften gemessen wurde. Auf der Ringstraße in Soest überschritt ein Verkehrsteilnehmer die erlaubten 50 km/h mit 39 Stundenkilometern und muss jetzt mit einem Fahrverbot rechnen.

Ein Führerschein wurde Auf dem Tünsberg in Oestereiden sichergestellt. Der 53-jährige Autofahrer wurde angehalten, weil er geringfügig zu schnell unterwegs war. Bei der Überprüfung stellten die Beamten Alkohol in der Atemluft fest. Ein Vortest ergab einen Wert von etwa 1,5 Promille. Eine Blutprobe wurde entnommen, eine Anzeige gefertigt und der Führerschein sichergestellt.

Die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen war laut Pressemitteilung der Kreispolizeibehörde Soest ein belebendes Element für die gesamte Aktion. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas kamen die Schülerinnen und Schüler mit der Polizei und den Autofahrern ins Gespräch.

Kreis Unna: Im Aktionszeitraum wurden durch die Polizei 6202 Fahrzeuge kontrolliert. Es wurden insgesamt 127 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Die teilen sich so auf:

Bergkamen: 877 kontrollierte Fahrzeuge - davon 16 zu schnell

Bönen: 162 - 0

Werne: 694 - 21

Fröndenberg: 553 - 5

Holzwickede: 406 - 3

Kamen: 275 - 3

Selm: 639 - 46

Unna: 1844 - 26

Schwerte: 752 - 7l

Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung wurde in Werne an der Selmer Landstraße gemessen. Hier sind einem Fahrzeugführer 38 km/h zu viel bei erlaubten 50 km/h vorzuwerfen. Ihn erwartet der Eintrag eines Punktes in das Fahreignungsregister in Flensburg sowie ein Bußgeld von 120 Euro.

Die Messungen durch den Kreis Unna ergaben 3377 kontrollierte Fahrzeuge. Dabei wurden 78 Verstöße festgestellt.

13.000 Polizisten an fast 7500 Stellen

Bundesweiten Zwischenbilanzen zufolge waren die Autofahrer deutlich langsamer als sonst unterwegs. Mehr als 13.000 Polizisten waren im Einsatz. An fast 7500 Stellen im gesamten Bundesgebiet wurde geblitzt und gelasert. Die Polizei warnte: Auch nach dem Blitz-Marathon müsse mit Tempokontrollen gerechnet werden.

Bei der ersten bundesweiten Großaktion dieser Art waren im Oktober vergangenen Jahres 83.000 Autofahrer als zu schnell erwischt worden.

Mit dem Blitzlicht-Gewitter stemmt sich die Polizei in diesem Jahr gegen die Trendwende, die sich bei der Zahl der Verkehrstoten abzeichnet. Nach jahrzehntelangem Rückgang war im ersten Halbjahr dieses Jahres ein Anstieg bei den Todesopfern registriert worden. - dpa/eB

Quelle: wa.de

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