Bestand Lebensgefahr für Fahrgäste?

Zugführer evakuiert Bahn - Feuerwehr übt Kritik

[Update 9.15] GEVELSBERG - Nach einem Oberleitungsschaden hat ein Zugführer in Gevelsberg (Ennepe-Ruhr-Kreis) seine S-Bahn gestoppt und evakuiert.  Ein Sprecher der Bahn bezeichnete die Entscheidung des Lokführers als umsichtig. Die Feuerwehr spricht von einer riskanten Entscheidung.

Nach der Evakuierung einer S-Bahn auf offener Strecke bei Gevelsberg am Donnerstag ist strittig, ob für die Fahrgäste eine tödliche Gefahr durch Stromschlag bestanden hat. Die Bahn hatte gestoppt, weil eine Oberleitung abgerissen war. Zugleich meldete der Zugführer an die Leitstelle Funkenflug und Rauchentwicklung. Noch bevor Rettungskräfte vor Ort waren, entschied er, die Leute aussteigen zu lassen. Sie liefen entlang der Gleise zum nächsten Bahnhof. Verletzt wurde niemand.

Ein Sprecher der Bahn bezeichnete die Entscheidung des Lokführers als umsichtig. Er habe zwischen zweierlei Notsituationen abwägen müssen. Während rund 50 Fahrgäste den ersten Zugteil verließen, obwohl auch neben der Strecke Teile des 15.000 Volt führenden Kabels lagen, blieben die Menschen im hinteren Zugteil in dem verschlossenen Waggon und wurden wenig später von der Feuerwehr geborgen.

Deren Sprecher Rüdiger Schäfer hält die Evakuierungsmaßnahmen des Zugführers auf eigene Faust für riskant: "Noch bevor der Strom abgeschaltet und der Zug geerdet war, um die Restspannung abzuleiten, sind die Passagiere durch die Gefahrenzone nach draußen gelangt. Aus meiner Sicht haben sie nur mit viel Glück keinen Stromschlag bekommen. Rauch oder gar Feuer hat es gar nicht gegeben."

Quelle: wa.de

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