Zentrum für sexuelle Gesundheit in Bochum geplant

BOCHUM - In Bochum soll ein Zentrum für sexuelle Gesundheit entstehen. Es soll sich in einer Art Modellprojekt dem Kampf gegen Geschlechtskrankheiten widmen.

Unter einem Dach sollen möglichst viele Experten und Ansprechpartner zusammenkommen, wie Professor Norbert Brockmeyer vom Katholischen Klinikum Bochum mitteilte. Als Beispiel nannte er die Aidshilfe, Gesundheitsamt, Beratungsstellen für Prostituierte sowie niedergelassene Ärzte vom Gynäkologen bis zum Urologen. In England habe man mit optimal vernetzten Einrichtungen gute Erfahrungen gemacht, in Deutschland sei ein derartig breit anlegter Ansatz bislang einzigartig, sagte Brockmeyer.

Hintergrund:

Eine steigende Zahl von Neuinfektionen bei sexuell übertragbaren Krankheiten (STI genannt, vom englischen "Sexually Transmitted Infections") besorgt die Mediziner. So kommen Syphilis-Erkrankungen nach Angaben des Robert Koch-Instituts wieder häufiger vor. Bundesweit stieg die Zahl der gemeldeten Fälle 2012 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 19 Prozent auf 4410 Erkrankungen. Im selben Jahr wurden 3400 neue HIV-Infektionen gemeldet.

Weil bei anderen häufigen Geschlechtskrankheiten keine flächendeckende Meldepflicht besteht, gibt es nur Schätzungen. Die Deutsche STI-Gesellschaft geht davon aus, dass sich jährlich 100 000 sexuell aktive Menschen, oft junge Frauen, mit Chlamydien anstecken - häufig ohne, dass es Symptome gibt. Eine unbehandelte Infektion kann zu Unfruchtbarkeit führen.

Auch Infektionen mit Humanen Papillomviren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können, gehören mit 80.000 Neuinfektionen pro Jahr zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Dazu gehen die Experten von rund 16.000 Gonorrhoe-Erkrankungen (Tripper) jährlich aus. - lnw

Quelle: wa.de

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