NRW zeigt sich gewappnet für eisglatte Straßen

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Ein Salzlager in Siegen wird am 23.10.2012 aufgefüllt. In dem ehemaligen, 500 Meter langen Charlotten-Luftschutzbunker werden in den nächsten Tagen 5000 Tonnen Streusalz für den Wintereinsatz im Siegerland gelagert.

DÜSSELDORF - NRW zeigt sich gewappnet für eisglatte Straßen. Nach dem Winterchaos vor zwei Jahren haben Land und Kommunen in NRW ihre Streusalzbestände aufgestockt. Weil der vergangene Winter relativ mild war, steht eine echte Bewährungsprobe aber noch bevor.

Nirgendwo in Deutschland wird im Winter mehr gestreut als im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Als das Salz vor zwei Jahren knapp wurde, führte das zwischen Rhein und Weser zu einem Verkehrschaos. Damit Land und Kommunen nicht wieder kalt erwischt werden, haben sie - wie schon im vergangenen Jahr - vorgesorgt. Vielerorts geht man mit gut gefüllten Streusalzlagern in die Schnee- und Eissaison.

Die größten Vorräte in Nordrhein-Westfalen besitzt das Land selbst. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hält 130 000 Tonnen Salz für den Einsatz auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen bereit. Hinzu kommt die Landesreserve für Notfälle, die Straßen.NRW derzeit anlegt.

In Rheinberg am Niederrhein wird eine ehemalige Messehalle zum größten Streusalzdepot Nordrhein-Westfalens umfunktioniert. Bis zu 40 000 Tonnen Salz sollen dort in ein paar Wochen lagern. Dazu werden 2600 Lkw-Ladungen aus einem nahen Bergwerk herbeigeschafft. An diesem Freitag sollen die ersten Lastwagen vorfahren, um das neue Salzlager aufzufüllen. "Der Winter kann kommen", heißt es bei Straßen.NRW. "Schnee und Glatteis sind nur noch eine Frage der Zeit."

2011 richtete der Bund eine zusätzliche "Notreserve für Streusalz" ein, aus der das Land Nordrhein-Westfalen noch einmal bis zu 70 000 Tonnen entnehmen kann. Durch die Landes- und Bundesreserve haben sich die Vorräte im Vergleich zum Winter 2010 damit fast verdoppelt.

Insgesamt stehen dem Land NRW mehr als 230 000 Tonnen Streusalz in rund 200 Lagerhallen zur Verfügung. Damit könnte man jeden Bürger in NRW mit 26 handelsüblichen 500-Gramm-Packungen Salz versorgen.

Das Land Nordrhein-Westfalen macht die Straßen aber nicht alleine eisfrei. Auf den innerstädtischen Verkehrswegen müssen die Kommunen selbst ran. Viele sind nach den schlechten Erfahrungen aus dem vorvergangenen Winter nun besser mit Streusalz ausgerüstet.

So auch die Landeshauptstadt Düsseldorf - die Stadtwerke-Tochter Awista stockte ihre Salzvorräte um 50 Prozent auf. Gut vorbereitet sind auch die Ruhrgebietsstädte Bochum, Recklinghausen und Herne. Seit dem vergangenen Jahr kooperieren sie und haben ein gemeinsames Notfall-Depot mit 3200 Tonnen Fassungsvermögen eingerichtet.

Ein neues Lager soll Ende November auch in der Innenstadt von Münster befüllt werden. Im Stadtgebiet selbst wird sich die Streusalzkapazität dadurch deutlich auf 4900 Tonnen erhöhen. Bisher lagerten nur rund 1600 Tonnen in einer Halle am Hafen, bei Bedarf wurde weiteres Salz aus einem Depot im Münsterland herbeigeschafft. Auch nach Ansicht des Bergbauunternehmens K+S, das viele Kommunen in NRW mit Salz beliefert, sind diese gut für den Winter gerüstet. - dpa

Quelle: wa.de

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