Zahl der entdeckten Weltkriegsbomben deutlich gestiegen

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Bombenentschärfung in Hamm im März.

DÜSSELDORF - Die Zahl der entdeckten Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist in Nordrhein-Westfalen deutlich angestiegen. 862 Bomben wurden im vergangenen Jahr entschärft, berichtete das NRW-Innenministerium am Mittwoch in Düsseldorf.

Das waren 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch im vergangenen März hatten die Kampfmittel-Entschärfer alle Hände voll zu tun, um 20 Sprengbomben teils nach umfangreichen Sperrungen und Evakuierungen unschädlich zu machen.

Eine Ursache für den Anstieg könnten vermehrte Bau-Aktivitäten sein, hieß es. Insgesamt wurden 12.200 Kampfmittel (Vorjahr 9200) geräumt, darunter 9500 Granaten und Handgranaten. Insgesamt seien 33 Tonnen Sprengstoff entschärft worden (Vorjahr 31,8).

Wie gefährlich die Hinterlassenschaften auch 67 Jahre nach dem Krieg seien, habe ein Vorfall in Aachen gezeigt: Dort seien Archäologen zufällig auf eine Phosphor-Brandbombe gestoßen. Weil der Verdacht bestand, dass das ehrenamtliche Grabungsteam die giftigen Dämpfe eingeatmet haben könnte, musste die Gruppe ins Krankenhaus.

Die staatlichen Kampfmittelbeseitiger werten bei Bauvorhaben Luftbilder aus und überprüfen die Flächen auch vor Ort. Im vergangenen Jahr waren die Anfragen um über 1000 auf 14 700 gestiegen. 109 Sprengbomben seien so bereits im Vorfeld von Bauarbeiten auf den Kriegsluftbildern erkannt worden, weitere 61 wurden bei Überprüfungen vor Baubeginn durch die Kampfmittelbeseitiger entdeckt. Das Land habe im vergangenen Jahr rund 15,5 Millionen Euro für die Kampfmittel-Beseitigung ausgegeben. - lnw

Quelle: wa.de

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