Wuppertaler Designer schuf Weltmeister-Briefmarke

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WUPPERTAL - Lutz Menze hat der Fußball-WM seinen Stempel aufgedrückt: Der Grafiker aus Wuppertal gestaltete während des Turniers einen Poststempel und eine Sonderbriefmarke für den Weltmeister Deutschland.

Nach seiner Briefmarkensammlung wird Lutz Menze selten gefragt. Dabei schlummern in den dicken, ledergebundenen Alben des Wuppertaler Grafikers besondere "Schätzchen". Die WM-Sonderbriefmarke ist sein jüngstes Prunkstück - Menze hat sie selbst gestaltet, samt passendem Poststempel. Der Mann, der die WM-Briefmarke schuf, spielt Tennis statt Fußball. Er ist groß, hat eine sportliche Figur, trägt Jeans zum Hemd und eine schwarze Brille. Puristisch ist sein Büro im "Westflügel", wie er den Teil seines großzügigen Altbaus in Wuppertal-Elberfeld scherzhaft nennt.

Rund 100 Briefmarkengestalter gibt es in Deutschland, schätzt das Bundesfinanzministerium, das die Marken herausgibt. Lutz Menze hat sich unter ihnen einen Namen gemacht. Seit 1997 entwirft der Grafikdesigner die klebenden Kunstwerke. Viele seiner Entwürfe sind mehrfach preisgekrönt. Die Weltmeister-Marke ist eine von über 30 Briefmarken aus der Feder des 56-Jährigen. Sportthemen sind sein Spezialgebiet, auch die Serie zu den Olympischen Winterspielen 2002 hat der Wuppertaler gestaltet. Ein Grund, weshalb in Menzes Ideenschmiede schon während der Fußball-WM das Telefon klingelte. Man sei schon früh guter Hoffnung und gut vorbereitet gewesen, erläutert ein Sprecher der Deutschen Post die zumindest rechtzeitige Bestellung der Marke. "Natürlich fühle ich mich geehrt", sagt der Wuppertaler Designer.

Fest steht, dass Menze all seine andere Arbeit stehen und liegen ließ, um die WM-Marke und den Poststempel zu entwerfen. Schließlich musste bis zum Finale gelingen, was sonst ein halbes Jahr Vorlauf braucht. Für Menze war das eine stressige, aber schöne Zeit, in der er sich schmunzelnd an ein Gespräch mit Franz Beckenbauer erinnerte: "Beckenbauer sagte einmal zu mir, dass Briefmarken zum Thema Fußball sicher einfach zu gestalten sind. Nachträglich würde ich ironisch antworten: Gegen Ghana zu gewinnen, ist auch leicht".

Menzes Marke zeigt einen symbolischen Zweikampf, die Farbgestaltung erinnert an die Nationalflagge Brasiliens. Darüber ist dominant der Schriftzug zu lesen: "Deutschland Fußballweltmeister 2014". Mit Spannung hatte der Wuppertaler das Finale auf der heimischen Couch verfolgt. Für ihn ging es nicht allein um den Sieg. Sondern darum, dass seine Briefmarke nicht im Mülleimer des Ministeriums landen würde. Mario Götze bewahrte mit seinem Siegtreffer die Marken vor dem Schredder.

Ein 10er-Bogen Sonderbriefmarken liegt auf Lutz Menzes Schreibtisch. Es ist das Belegexemplar, das ihm die Post zusandte. "In der Filiale waren die Marken schon ausverkauft", sagt Menze. Für 200 Euro hat er deshalb online Nachschub bestellt. Nicht fürs Album, sondern zum Frankieren seiner Geschäftspost. - dpa

Quelle: wa.de

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