Der Wolf ist zurück

Nach Jahrzehnten ist erstmals wieder ein Wolf durch NRW gestreift. ▪

BORGENTREICH ▪ Nach 170 Jahren ist wieder ein Wolf durch Nordrhein-Westfalen gestreift. Das ergab eine DNA-Analyse von Tierhaaren, die kurz vor Weihnachten an einem toten Schaf in dem kleinen Örtchen Borgentreich im Kreis Höxter gefunden worden waren, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Recklinghausen gestern mitteilte.

Bei dem Tier handelt es sich vermutlich um einen Wolf, der seit längerem im nordhessischen Reinhardswald lebt. Er habe sich anscheinend nur für einen „kurzen Besuch“ in NRW aufgehalten, hieß es. Ob sich der Wolf weiterhin in NRW aufhält, sei nicht bekannt. Seit Dezember habe es keine weiteren Hinweise gegeben. Der letzte Wolf in NRW war nach Angaben des LANUV 1839 geschossen worden. Dies gehe aus historischen Aufzeichnungen hervor, sagte ein Sprecher.

Für Menschen besteht nach Angaben des LANUV keine Gefahr. „Wölfe sind entgegen der Märchenerzählungen nicht angriffslustig und meiden den Menschen“, sagte der Sprecher. Das Tier steht unter Naturschutz und darf nicht gejagt werden.

Das Land NRW bereitet sich nun auf weitere Wolfsbesuche vor. Nach Angaben des für Artenschutz zuständigen Abteilungsleiters des Landes, Georg Verbücheln, ist eine Arbeitsgruppe gegründet worden. Vertreter von Behörden säßen ebenso mit am Tisch wie Schafzüchter, Naturschutz- und Jagdverbände. Oberstes Ziel sei es, die Menschen über den Umgang mit den seltenen Tieren aufzuklären. Schafzüchter, aus deren Herden möglicherweise Tiere gerissen würden, erhielten vom Land Entschädigung. Der Naturschutzbund (Nabu) in NRW zeigte sich erfreut über die Rückkehr des seltenen Wildtieres. Ein Sprecher wies jedoch darauf hin, dass Schafherden in Ostwestfalen nun mit Zäunen geschützt werden müssten.

Der im Reinhardswald lebende Wolf war im Dezember auch durch den Bramwald in Südniedersachsen gestreift. Dort war er in Hannoversch Münden im Kreis Göttingen gesichtet worden, wo er auch ein Schaf gerissen hatte. Nach Angaben des Nabu in Berlin ziehen einzelne Wölfe teilweise bis zu 1500 Kilometer weit, um einen Partner oder ein eigenes Revier zu finden. Biologen rechnen damit, dass es deutschlandweit etwa 60 Wölfe gibt. Sie leben vor allem in den östlichen Bundesländern. Im Mai 2009 hatte eine Wölfin in Sachsen-Anhalt fünf Junge zur Welt gebracht. Die erwachsenen Wölfe stammen vermutlich aus der Lausitz oder aus Polen. ▪ dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare