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Wohngeld 2023: Auszahlung wird sich in NRW wohl verzögern

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Von: Sven Schneider

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Empfänger von Wohngeld dürfen sich im Jahr 2023 über wesentlich mehr Geld freuen. Doch offenbar verzögert sich die Auszahlung in NRW direkt um mehrere Monate.

Hamm - Schon zum 1. Januar 2023 sollten Verbraucher in NRW entlastet werden. Angesichts gestiegener Energiepreise hat sich die Bundesregierung auf eine Erhöhung des Wohngelds geeinigt. Die Wohngeld-Reform wurde unlängst verabschiedet. Dennoch müssen Mieter und Vermieter in Nordrhein-Westfalen offenbar noch lange auf die Auszahlung des Geldes warten.

Mit massiven Verzögerungen rechnet NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU). Klar scheint schon jetzt: Das Wohngeld wird nicht pünktlich zum 1. Januar 2023 ausgezahlt. Zu überlastet seien die Wohngeldstellen aufgrund des großen Ansturm. „Wir gehen davon aus, dass Wohngeldanträge nach neuem Recht erst ab April 2023 und dann rückwirkend bewilligt werden können“, sagte die die NRW-Ministerin gegenüber dem WDR.

Wohngeld 2023: Auszahlung verzögert sich monatelang - düstere Prognose für NRW

Mit der Wohngeld-Erhöhung geht ein neues Verfahren einher, weshalb die Software in den Wohngeldstellen umgestellt werden muss. Hinzu kommt ein großer Personalmangel sowie Mitarbeiter, die erst Mitte Dezember geschult werden könnten. Die Verwaltungsänderungen sollen das Prozedere vereinfachen, benötigen aber laut Ina Scharrenbach Monate, um umgesetzt zu werden.

Wohngeld-Reform 2023: Deutlich mehr Menschen haben Anspruch auf Geld

Die NRW-Ministerin nimmt dabei die Ampel-Regierung deutlich in die Pflicht, die die Wohngeld-Reform ohne Rücksicht auf dessen realistische Umsetzung durchgedrückt habe. Zumal die Wohnungsämter ohnehin schon überlastet seien, weil der zweite Heizkosten-Zuschuss an die Wohngeldempfänger bis Ende Januar ausgezahlt werden müsse. Viele Entlastungspakete sind geplant in Deutschland, doch auch das 49-Euro-Ticket für Bahnfahrer wird voraussichtlich erst im April 2023 kommen.

Von der Wohngeld-Reform 2023 profitieren Tausende Menschen bundesweit. Wer Anspruch auf den Mietzuschuss hat, lässt sich anhand einer komplizierten Rechnung ermitteln. Derzeit sind bundesweit rund 600.000 Menschen für das Wohngeld berechnet. Nach der Wohngeld-Reform dürfen sich Empfänger über rund 190 Euro mehr im Monat freuen. Das sind rund 370 Euro, die Wohngeld-Empfänger ab 2023 im Schnitt monatlich erhalten.

Neben mehr Geld wird auch der Kreis der Menschen erweitert, der Anspruch auf Wohngeld hat. So sollen rund weitere 1,4 Millionen Menschen ab 2023 Wohngeld erhalten dürfen.

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