NRW-Winterdienste im Einsatz

Tief "Karin" macht Frau Holle Konkurrenz - viele Unfälle

Eine Frau baut am 07.12.2012 in Düsseldorf einen Schneemann.

[UPDATE 17 Uhr] NRW - Kräftiger Schneefall hat das Rheinland am Freitag in ein dickes weißes Kleid gehüllt. Auf den Straßen krachte es im Minutentakt, am Düsseldorfer Flughafen hagelte es Ausfälle.

Tief "Karin" hat dem Rheinland am Freitag eine kräftige Ladung Schnee beschert. Binnen weniger Stunden fielen nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia bis zu elf Zentimeter Neuschnee. Die Landesleitstelle der Polizei zählte fast 730 wetterbedingte Verkehrsunfälle auf den Straßen. Am Düsseldorfer Flughafen mussten 110 Flüge gestrichen werden.

Mehr zum Thema

- Wintereinbruch in ganz NRW am Freitag

- Im Sauerland drehen sich die ersten Lifte

- Spielbetrieb im Märkischen Kreis ruht praktisch völlig

- Generalabsage im Fußballkreis Soest

Die Blechschäden auf den Straßen summierten sich auf 1,5 Millionen Euro. 28 Menschen wurden leicht verletzt. Schwerpunkte des Schneetreibens seien Köln und Düsseldorf gewesen. Die Polizei empfahl allen Lastwagenfahrern im Rheinland zeitweise, Parkplätze und Raststätten anzufahren. Zahlreiche Lkw hatten sich auf den schneeglatten Straßen quergestellt. Der Bahnverkehr geriet nur kurzzeitig aus dem Takt.

Am Düsseldorfer Flughafen fielen am Freitag 110 von 600 Flügen aus, viele weitere verspäteten sich um bis zu eineinhalb Stunden. "Die Start- und Landebahnen müssen geräumt, die Vorfelder freigehalten und die Maschinen enteist werden", sagte Flughafensprecher Thomas Kötter.

Viele Verspätungen seien aber auch durch die Wetterverhältnisse an den anderen europäischen Flughäfen verursacht worden. Um der weißen Massen Herr zu werden, kooperiert der größte Airport des Landes mit Bauern der Umgebung, die die Schneeberge abtransportieren.

Der Köln-Bonner Flughafen meldete lediglich drei Ausfälle und Verspätungen, weil die Start- und Landebahn vom Schnee geräumt wurde. Vier Maschinen wichen nach Köln/Bonn aus.

In der Landeshauptstadt musste die Feuerwehr zahlreiche Fußgänger versorgen, die auf nicht geräumten Gehwegen ausgerutscht waren und Prellungen und Knochenbrüche erlitten. Im Raum Viersen geriet ein Krankenwagen im Schneegestöber in den Gegenverkehr. Der 84-jährige Patient im Rettungswagen erlitt dabei schwere Verletzungen.

Von Osten her wurde die frostige Front aber von einem Hoch begrenzt und konnte sich zunächst nicht weiter als bis zum Ruhrgebiet ausdehnen. Auf den Straßen hielten sich die Staus zunächst in Grenzen.

Ein zugeschneites Auto steht in Neuss Straßenrand. Kräftige Scheefälle verwandeln Nordrhein-Westfalen in eine verschneite Winterlandschaft und sorgen für glatte Straßen.

Die Kinder konnten sich auf eine erste Schlittenpartie freuen: "Der Schnee bleibt liegen. Der Winter hat uns erstmal fest im Griff. Am Wochenende lockt eine tolle Winterlandschaft. Die Wintersportorte in der Eifel und im Sauerland werden sich freuen", versprach Meteorologe Andreas Wagner von der Unwetterzentrale.

In den kommenden Tagen werde nächtlicher scharfer Frost mit Temperaturen bis 7 Grad unter Null in den Niederungen und bis 12 Grad unter Null in Höhenlagen allerdings auch für ein ernsthaftes Glatteis-Problem sorgen.

Einige S-Bahn-Linien gerieten am Freitag aus dem Takt. Für die S 6 (Essen-Düsseldorf) und die S 11 wurden Verspätungen von einer Stunde und mehr angegeben. Die Regionalbahn 25 endete schon in Köln-Deutz statt in Bergisch Gladbach. Fernzüge trudelten verspätet auf den NRW-Bahnhöfen ein. Auch der Thalys nach Paris fuhr chronisch verspätet - aber er fuhr. Am Nachmittag lief aber wieder alles nach Plan, sagte ein Bahnsprecher. - lnw

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare