Winter lässt Arbeitslosenzahl steigen

DÜSSELDORF- Noch hat der Winter den Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Griff - erste Frühlingsboten sind aber bereits bemerkbar. Die Betriebe suchen wieder Mitarbeiter.

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar um knapp 10 500 auf gut 778 000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zum Januar um 0,1 Punkte auf 8,5 Prozent, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Damit war die Entwicklung etwas schlechter als in ganz Deutschland, wo die Arbeitslosenquote unverändert bei 7,4 Prozent blieb.

Die Arbeitsmarktexperten sehen im Anstieg eine saisontypische Entwicklung. Witterungsbedingte Einschränkungen beim Bau, in Gärtnereien und in der Landwirtschaft hätten vor allem die Zahl arbeitsloser Männer steigen lassen. Im Vergleich zum Februar 2012 gab es rund 32 600 Arbeitslose mehr. Die Quote hatte vor einem Jahr 8,3 Prozent betragen.

Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen habe bisher "recht robust auf die schwächere Wirtschaft" reagiert, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Christiane Schönefeld, laut Mitteilung. Trotz der unsicheren Lage gebe es auch vorsichtige positive Signale. So sei die Arbeitskräftenachfrage gegenüber dem Januar um gut 40 Prozent gestiegen. Schönefeld rechnet damit, dass die Arbeitslosenzahl in den kommenden Monaten sinkt.

Die niedrigste Arbeitslosenquote gab es erneut in der Region Coesfeld mit 4,2 Prozent, die höchste in Dortmund mit 13,5 Prozent.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist besorgt über die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen. Inzwischen seien rund 77 300 junge Menschen unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Diese Zahl lasse sich nicht allein mit dem Ende vieler Berufsausbildungen im Januar erklären. Ein erheblicher Teil der arbeitslosen Jugendlichen habe keine Berufsausbildung. "Hier rächt sich der Dauermangel an Ausbildungsplätzen in NRW", sagte DGB-Landechef Andreas Meyer-Lauber in einer Mitteilung.

Quelle: wa.de

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