NRW will Haltung von Reptilien einschränken

HAMM/MÜLHEIM ▪ Die spurlos verschwundene giftige Kobra in Mülheim beschäftigt die nordrhein-westfälische Landesregierung. Da immer mehr Menschen bei sich zu Hause exotische Tiere halten, will NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) den Zugang zu Gift- und Würgeschlangen, Giftspinnen, Skorpionen, Giftfröschen, giftigen Fischen, Raubkatzen und Schnappschildkröten künftig erschweren – oder gar unmöglich machen.

Es sei „sehr bedenklich“, wie viele Tiere aus allen Ländern der Welt nach Deutschland importiert würden, so Uhlenberg gestern zu unserer Zeitung. „Solche Tiere dürfen nicht gehalten werden.“

Auslöser ist der Fall eines 19-Jährigen, der vor zwei Wochen bei der Hammer Fachmesse Terraristica eine Giftschlange gekauft hatte. Mangels ausreichender Sicherheitsvorkehrungen hatte das Tier kurz darauf in Mülheim entweichen können.

So ein Vorfall, sagt Minister Uhlenberg, dürfe sich nicht wiederholen. Er denke daher über die Einführung einer Meldepflicht für Tier und Halter nach. Alternativ könne von Haltern exotischer Tiere ein Sachkundenachweis verlangt werden. „Beide Optionen prüfen wir zurzeit.“ Der NRW-Umweltminister will außerdem eine bundesweit gültige Regelung. Entscheidend sei eine wirksame Kontrolle. Dabei gehe es ihm neben dem Schutz der Öffentlichkeit vor gefährlichen Tieren auch um den Artenschutz.

Die Tierschutzorganisation Peta fordert einen Einfuhrstopp sowie ein bundesweites Verbot von Wildtieren in Privathaushalten. Die Gefahren, die von ausgesetzten oder entlaufenen giftigen Tieren ausgingen, nähmen rapide zu. Fachleute schätzen, dass etwa 150 000 Giftschlangen, 25 0 000 Riesenschlangen sowie zahllose andere Echsen und Reptilien deutsche Wohnzimmer bevölkern.

In Berlin, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen ist die Haltung von Giftschlangen bereits verboten, in Bremen und Bayern nur unter Auflagen erlaubt. In NRW seien 15 Fälle bekannt geworden, „in denen etwas passiert ist“, sagte Uhlenberg.

Quelle: wa.de

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