NRW will Bio-Landwirtschaft fördern

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Diese Kühe geben auf einem Bio-Hof Milch. Diese Form der Landwirtschaft soll in NRW künftig stärker gefördert werden. -

DÜSSELDORF ▪ Der Öko-Trend der letzten Jahre sei an NRW regelrecht „vorbeigeboomt“, beklagt Johannes Remmel. Der NRW-Landwirtschaftsminister startet deshalb eine Offensive für mehr Öko-Anbau in der heimischen Landwirtschaft. Öko-Fleisch, Bio-Eier sowie Obst und Gemüse auf heimischen Speisezetteln sollen möglichst aus regionaler Erzeugung stammen.

Eine gemeinsam mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) in Auftrag gegebene Studie zeigt auf, dass die Landwirte in NRW das Marktpotential vor der eigenen Haustür bei weitem nicht ausschöpfen. „Das wollen wir gemeinsam mit der Landwirtschaft ändern“, sagt Remmel. Dazu gehört aber weitaus mehr, als nur die Produktion anzukurbeln. Die gesamte Wertschöpfungskette werde benötigt, vom Landwirt bis zum Supermarkt, damit die Produkte auch zu guten Preisen vermarktet werden können, sagt der Grünen-Politiker. „Es geht darum, jetzt die entsprechenden Strukturen weiterzuentwickeln.“ Die Studie zeige Wege auf, wie regionale Vermarktung besser funktionieren kann und wie in NRW hergestellte Bio-Lebensmittel mit positivem Image am Markt positioniert werden können. Neue Geschäftsbeziehungen und die Koordination der Warenströme benötigten eine Vernetzung.

WLV-Präsident Franz-Josef Möllers begrüßt grundsätzlich, die Chancen im Ökolandbau zu nutzen. Aber die Wirtschaftlichkeit der ökologischen Lebensmittelproduktion müsse deutlich verbessert werden. Die Schere zwischen Bio-Produkten und konventionellen Lebensmitteln dürfe nicht weiter auseinandergehen. Voraussetzung für einen Umstieg sei zudem, dass Landwirte dauerhaft ein ausreichendes Familieneinkommen erzielen können. Auch Möllers setzt seine Hoffnungen auf eine Optimierung der regionale Vermarktung, um so die Wertschöpfung zu sichern.

Aktuell werden in NRW 68 000 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Um den aktuellen Eigenbedarf mit regional erzeugten Biolebensmitteln decken zu können, müssten laut Studie noch einmal 36 000 Hektar zusätzlich auf Öko-Produktion umgestellt werden. Die Landesregierung bietet den Landwirten in NRW, die bislang nur geringe Bereitschaft zeigten, auf ökologische Erzeugung umzustellen, weitere Anreize. Die Umstellungshilfen werden angehoben: Bei Ackerflächen von 324 auf 400 Euro pro Hektar, bei Gemüsebauflächen von 900 auf 1200 Euro pro Hektar und bei Dauerkulturen von 1404 auf 1800 Euro pro Hektar.

Profitieren sollen Landwirte langfristig auch von den Erfahrungen, die künftig in der Modellregion Ostwestfalen gemacht werden. Dort sollen auf Grundlage der Studie neue Strategien für eine effektivere Vermarktung erprobt werden. ▪ DETLEF BURRICHTER

Quelle: wa.de

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