NRW will alleinerziehende Mütter für Beruf fit machen

Von Detlef Burrichter ▪ DÜSSELDORFDie Landesregierung will Alleinerziehenden helfen und ihnen verstärkt Wege in den Beruf ebnen. Nur vier Prozent der Alleinerziehenden in NRW hätten eine finanzielle Absicherung über einen Partner. „Das ist erschreckend“, sagte gestern NRW-Sozialminister Guntram Schneider (SPD).

Der Minister stellte eine Studie vor, die das Landesamt für Statistik in seinem Auftrag erarbeitet hatte. Demnach zeigen die Zahlen von 2009 eine Verschärfung der Lage. Mit 40 Prozent hätten Alleinerziehende ein überdurchschnittlich hohes Armutsrisiko. Da sie in der Regel eine Trennung oder Scheidung hinter sich hätten, sei die finanzielle Lage Alleinerziehender oft schlecht. Mit einem Anteil von 90 Prozent sind fast nur Frauen betroffen. Die Zahl der Ein-Eltern-Familien nahm in den vergangenen zehn Jahren in NRW um fast 20 Prozent auf 325 000 zu. In diesen Familien leben 465 000 Kinder unter 18 Jahren – das sind 15 Prozent aller Kinder in NRW.

Ein besonderes Problem sei zudem, dass alleinerziehenden Müttern häufiger sowohl Berufsabschluss (32 Prozent) als auch Hochschulreife (24) fehle als Müttern in Paarbeziehungen. „Konkret heißt das, mehr Alleinerziehende in Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen zu bringen“, sagte Schneider. Dabei will der Minister die Wirtschaft einbeziehen. Vor dem Hintergrund wachsenden Fachkräftebedarfs und der wieder anziehenden Konjunktur dürfe auf dieses Potenzial nicht verzichtet werden. Gemeinsam mit der Wirtschaft werde er Frauen in NRW Wege in den Arbeitsmarkt ebnen.

Besonders wichtig sei es, Vollzeitstellen für Alleinerziehende zu schaffen. „Alleinerziehende sind häufig auf ein volles Einkommen angewiesen; eine Teilzeitarbeit ist für sie kaum eine Alternative“, so der Minister. Nur mit einer Vollzeitstelle hätten viele die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt eigenständig und nachhaltig zu sichern. „Darauf werden wir besondere Rücksicht nehmen“, sagte Schneider.

Quelle: wa.de

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