Viele Flüge gestrichen

Fast schon Streikroutine am Düsseldorfer Flughafen

[Update] DÜSSELDORF - Verdi lässt am Flughafen Düsseldorf weiter die Muskeln spielen. Erneut streikt das Sicherheitspersonal. Das große Gedränge in den Terminals blieb aber aus: Die Passagiere waren frühzeitig vorgewarnt.

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Petri Nevala hatte sich auf endlose Warterei eingestellt. Jetzt ist der Geschäftsmann aus Helsinki erleichtert, dass er trotz des Streiks des Sicherheitspersonals am Düsseldorfer Flughafen nach drei Stunden Wartezeit bald den Heimflug antreten kann. Wie viele andere Reisende ist er am Donnerstag früher zum Flughafen gekommen als üblich. Die Schlange an der Sicherheitsschleuse ist aber weniger lang als gedacht. Ärgerlich findet er den Streik trotzdem: "Wenn die sich nicht einigen, fliege ich demnächst über Amsterdam", sagt der Vielflieger.

Werden Flughäfen bestreikt, betrifft das meist tausende Passagiere.

Am dritten Streiktag hat sich in Düsseldorf schon einige Routine eingestellt. "Wir konnten uns besser vorbereiten und haben mehr Sicherheitsassistenten einer privaten Firma eingesetzt", sagt der Leiter der Bundespolizei am Flughafen, Sven Mewes. Dadurch waren mehr Sicherheitsschleusen geöffnet als bei den Streiks im Januar. An elf der üblichen 24 Stationen wurden Fluggäste und Handgepäck nach Angaben eines Airport-Sprechers kontrolliert.

Weil die Gewerkschaft Verdi den Streik frühzeitig angekündigt hatte, waren viele Passagiere über den Ausfall ihrer Flüge informiert. Sie kamen erst gar nicht zum Flughafen. Auch deshalb waren die Schlangen diesmal kürzer.

Streik am Freitag am Flughafen Köln/Bonn:

Die Gewerkschaft Verdi will den Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Köln/Bonn und Hamburg fortsetzen, kündigte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi an. Der Ausstand soll um am frühen Morgen beginnen und bis in den Abend dauern.

Verdi will Lohnerhöhungen von 30 Prozent für die gesamte Sicherheitsbranche in NRW durchsetzen und dafür notfalls weiter streiken. Dann sollen die Passagiere aber wieder frühzeitig informiert werden, sagte Andrea Becker, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft. "Wir wollen nicht, dass es die Reisenden trifft."

Die sehen das nicht so. "Einen Streik müssen doch immer die Falschen ausbaden", findet Helga Bolz aus Essen. Seit fünf Stunden warten sie und ihre Begleiter darauf, endlich in das Flugzeug nach Antalya zu steigen. Aber der Urlaub ist in Sicht, sie nimmt es gelassen. Wenigstens sorge der Flughafen für kostenloses Wasser und kleine Snacks. Für Ältere, denen das lange Stehen schwer fällt, werden Stühle aufgestellt.

Fluggäste mit gleichen Ziel werden schubweise durch die Sicherheitskontrolle geschleust. "Wenn wir in der Gruppe gehen, geht es schneller", erklärt die Mitarbeiterin einer Fluggesellschaft und führt duzende Thailand-Reisende an das Ende einer kürzeren Schlange. Ihr Flieger hebt bald ab, das Warten hat ein Ende. - lnw

Quelle: wa.de

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