Ministerium sieht keine Gefahr

Wieder Legionellen in Westfalen - Fall in Kreuztal

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KREUZTAL/WARSTEIN - Erneut sind in einer Kläranlage in Westfalen Legionellen in auffällig hoher Konzentration nachgewiesen worden. Wie das Landesumweltministerium berichtete, wurden in Kreuztal im Siegerland Legionellen entdeckt – allerdings keine für den Menschen gefährliche Variante.

Von Robert Vornholt

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Nach der Legionellen-Erkrankungswelle im Spätsommer in Warstein hatte das NRW-Umweltministerium angegeordnet, baugleiche oder ähnlicher Kläranlagen wie in Warstein zu überprüfen. Das Landesumweltamt (Lanuv) untersuchte daraufhin bis Oktober 29 Kläranlagen mit 290 amtlichen Proben. Dabei wurden 28 positive Legionellenbefunde festgestellt, deren Konzentration nur eine „geringe Belastung“ ausweist, wie das Ministerium jetzt berichtete.

Auffällig war lediglich die kommunale Kläranlage in Kreuztal, in die auch die Krombacher-Brauerei ihre Abwässer einleitet. Dort wurden zwischen „140.000 und 2,6 Millionen koloniebildende Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter“ diagnostiziert – bei den anderen betroffenen Kläranlagen lag dieser Wert um die 500 KBE. Es handele sich in Kreuztal aber um eine andere Legionellenart als die, die im Sommer in Warstein zu Erkrankungen geführt hat. Die Untersuchungen werden fortgesetzt, wobei mit Ergebnissen in den nächsten Tagen zu rechnen ist. Dann will das Umweltministerium über eventuell notwendig werdende Vorsorgemaßnahmen entscheiden.

Eine unmittelbare gesundheitliche Belastung durch die Legionellen in der kommunalen Kläranlage in Kreuztal sehen Experten derzeit nicht. „Aufgrund der abgedeckten Vorklärbecken und der Filtration der Abluft wird davon ausgegangen, dass im Gegensatz zu Warstein ein deutlich geringeres beziehungsweise nicht vorhandenes Ausbreitungsrisiko für Legionellen gegeben ist“, erklärte Professor Dr. Martin Exner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn.

Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatte nach den Erkrankungen in Warstein ein Maßnahmenpaket zur Gefahrenabwehr und Ursachenforschung angeordnet. Dazu zählt neben den Kontrollen auch die Bildung einer Experten-Kommission.

Hintergrund:

Im August und September waren der Legionellen-Epidemie in Warstein zwei Menschen zum Opfer gefallen, 159 Menschen erkrankten. Auslöser der Krankheitswelle war die städtische Kläranlage. Entwarnung gibt es in Warstein aber noch nicht: Im November wurden bei zwei Proben erneut hohe Legionellen-Konzentrationen im Abwasser der Brauerei nachgewiesen – aktuell sind die Befunde unauffällig. Die Hintergründe für die erhöhten Werte sind unklar. - gr

Quelle: wa.de

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