Wieder Alarm im Aachener Gefängnis

 Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am vergangenen Mittwoch nach einer scharfen Waffe gesucht.

 Die Polizei suchte mit rund 150 Beamten, Hunden und Metalldetektoren in Freistundenhof, Sporthalle und auf dem Sportplatz. Ein „Informant“ hatte Ende letzter Woche gesagt, dass dort eine scharfe Schusswaffe versteckt sei. „Diese Information war falsch“, sagte JVA-Leiterin Reina Blikslager nach dem rund zweistündigen Großeinsatz der Polizei. Der Hinweis sei aber sicher kein Täuschungsmanöver gewesen. „Wir haben den Hinweis sehr ernst genommen“, sagte Blikslager. Nach dem Tipp sperrte die Gefängnisleitung die verdächtigen Bereiche und organisierte mit der Polizei die Durchsuchungsaktion. Dass Drogen, Computerspiele und Handys in Gefängnisse geschmuggelt werden, wundert die Staatsanwaltschaft nicht mehr. Immer wieder gibt es Ermittlungen. Waffen im Knast – das erschlägt jedes noch so ausgefeilte Sicherheitssystem. In Aachen muss der Hinweis auf die scharfe Waffe wie ein déjà vu wirken: Zur Flucht des Geiselgangsters Michael Heckhoff und des Mörders Peter Paul Michalski im November letzten Jahres soll ein Vollzugsbeamter den beiden eine Pistole besorgt haben. Die drei Männer stehen zurzeit in Aachen vor Gericht. Die Suche nach der Schusswaffe war aber nicht der einzige aktuelle Vorfall. Am vergangenen Sonntag sollen bei einer Schlägerei unter Gefangenen vier Vollzugsbeamte verletzt worden sein, drei davon so schwer, dass sie sich noch immer im Krankenhaus befänden. Das erklärte gestern CDU-Rechtsexperte Peter Biesenbach. Er warf Justizminister Kutschaty vor, den Landtagsfraktionen Informationen über die Zustände in der JVA Aachen zu verschweigen. Offenbar lege Kutschaty andere Maßstäbe an sich selbst an als zuvor an seine Vorgängerin Müller-Piepenkötter.  dpa/dfb

Quelle: wa.de

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